Klosterfreunde hoffen auf Kontinuität

Kloster Oelinghausen
Kloster Oelinghausen
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Der Pächter des Klostergutshofes in Oelinghausen hat Insolvenz angemeldet und den Hof verlassen. Die Freunde des Klosterareals hoffen nun, dass das Ensemble aus Kloster, Konvent und Hof durch einen möglichen neuen Pächter nicht zum Nachteil beeinträchtigt wird.

Oelinghausen..  Das Kloster Oelinghausen ist ein einzigartiges Ensemble. Kirchenbau, Konvent und Gutshof thronen hoch über dem Ruhrtal - eingebettet in landwirtschaftliche Flächen und sauerländischer Hügellandschaft. Die Insolvenz des langjährigen Pächters des Klosterguts wirft nun bei allen Freunden des Kloster-Areals Fragen auf, wie es weitergeht in Oelinghausen.

Der langjährige Pächter hat den Gutshof vor gut acht Wochen verlassen. Menschen und Tiere haben den Vollerwerbshof geräumt. Die Eingangstore sind mit Gitter versperrt. Wo sonst reges landwirtschaftliches Treiben herrschte, ist nun Totenstille.

Im Kloster leben noch Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel und bewirtschaften den Konventgarten. Der Freundeskreis Oelinghausen kümmert sich um Führungen und die historische Aufarbeitung der mehr als 800 Jahre alten Anlage. Und auch die Pfarrei St. Petri Hüsten hat ein Interesse an der Bedeutung des Standortes Oelinghausen.

Grundbesitzer des Klostergutes und der vielen Felder drumherum ist Freiherr von Fürstenberg. „Die Familie hat Oelinghausen nie aus den Augen verloren“, betont Alfred Hilbig vom Kirchenvorstand St. Petri Hüsten. Er verbindet damit die Hoffnungen, dass es auf Oelinghausen zu einer verträglichen Weiternutzung des Klostergutes kommt. Der frühere Pächter hatte auch familiär bedingt eine enge Bindung zum Kloster Oelinghausen. Die verschiedenen Interessen auf dem Areal ließen sich so stets gut miteinander vereinbaren.

Grundbesitzer Freiherr Wennemar von Fürstenberg rechnet damit, dass innerhalb der nächsten zwei oder drei Wochen eine Entscheidung über einen neuen Pächter gefallen sein wird. Er spricht von einer „intensiver Nachfrage“. Offen sei aber noch, ob nur die Ländereien oder das Gesamtpaket mit der Hofstelle verpachtet werden würden.

Die größte Angst haben die Freunde des Oelinghausener Klosterensembles vor einem zu langen Leerstand des Klostergutes und dadurch zwangsläufigen Verfall. Der würde die Optik und damit Attraktivität und Würde des so besonderen Ortes nachhaltig beeinträchtigen.

Ein neuer Pächter – sofern er den Hof mit übernimmt – würde es soweit nicht kommen lassen und wäre dabei ja auch an Denkmalschutzbestimmungen gebunden. „Ansonsten werde ich mir Gedanken um eine sinnvolle Nachnutzung machen“, verspricht Freiherr Wennemar von Fürstenberg.

Die Freunde des Klosterareals sorgen sich aber auch um die künftige Art der landwirtschaftlichen Nutzung. Auch deshalb, weil zuletzt nach Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft gearbeitet worden sei. Mehrjähriger Fruchtwechsel statt Monokulturen -- auch das habe den Reiz des Ensembles ausgemacht. Zu früheren und künftigen Formen der Bewirtschaftung der Felder will sich der Freiherr nicht äußern. Die Angst um das Erscheinungsbild des Ensembles aber will er nehmen. „Ich habe ein Faible für Denkmäler“, sagt er.