Klinikum Arnsberg ist gegen Cyberangriff-Schäden versichert

Was wir bereits wissen
Ende des digitalen Notstandes am Klinikum Arnsberg: Die klinischen IT-Systeme sind nach der am Wochenende aufgefallenen Cyberattacke durch sogenannte Cryptotrojaner wieder in Betrieb.

Arnsberg.. Nach dem real gewordenen Krisenszenario am Klinikum Arnsberg (über 42 Stunden von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen) wird nun der entstandene Schaden ermittelt. „Für unsere Patienten hat sich das zu keiner Zeit negativ ausgewirkt“, sagt Klinikum-Sprecher Richard Bornkessel. Und auch ein Gau in der EDV sei ausgeblieben. „Nur einige Randsysteme in der Verwaltung laufen noch nicht wieder“, sagt Klinikum-Sprecher Richard Bornkessel.

Gegen wirtschaftlichen Schaden versichert

Wirtschaftlicher Schaden sei dem Haus aber schon entstanden. Die gute Nachricht von Bornkessel: „Dagegen sind wir versichert!“. Nun gilt es die Höhe des Schadens zu beziffern: Personeller Mehreinsatz durch die Umstellung auf Handbetrieb bei der Patientenversorgung und der dafür nötigen Kommunikation fallen da ebenso ins Gewicht wie die nach dem Cyber-Angriff „rund um die Uhr arbeitenden“ eigenen IT-Mitarbeiter und vor allem die hinzugerufenen externen IT-Dienstleister.

Cyber-Kriminalität Nicht zu ermitteln sein wird der Einnahmeverlust durch ausgebliebene Aufnahmen von Notfallpatienten während der 42 Stunden. Sie wurden – wie berichtet – in Absprache mit der Rettungsleitstelle in Nachbarorte eingeliefert.

„Daten gingen nicht verloren“, kann Richard Bornkessel am Montag vermelden, „und es gingen auch keine Patientendaten nach draußen“. Hier sei die Sicherheit jederzeit gewährleistet gewesen. Auch deshalb, weil alle Systeme auf den rund 200 hausweiten Servern nach dem ersten Auftreten des Computer-Virus „geplant“ heruntergefahren worden waren.

Computer-Virus Hier hatten am Sonntagnachmittag die „Piraten“ im Hochsauerlandkreis als - wie sie selbst schrieben - „Partei der IT-Experten“ dem Klinikum ihre Hilfe angeboten. „Es muss sichergestellt sein, dass keine Patientenakten in falsche Hände gelangt sind und nun auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Daher bieten wir dem Klinikum Arnsberg in Zusammenarbeit mit den IT-Experten unserer Partei unsere Hilfe an.“, erklärt Daniel Wagner, Sprecher der Piratenpartei im Hochsauerlandkreis.

Funktionierendes Krisenmanagement im Klinikum Arnsberg

Das Klinikum Arnsberg selbst schaut nicht nur auf eine „Bravourleistung“ seiner Mitarbeiter, sondern auch auf ein funktionierendes Krisenmanagement zurück. Zwar hatte es nie einen speziellen Notfallplan für eine Cyberattacke gegeben, doch hätten grundsätzliche Notfall-Mechanismen auch in dieser Krise gegriffen. „Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Bereich aber auf jeden Fall verschärfen.