„Kleiner Verein mit großen Herausforderungen“

Der Kunstverein startete in den Ruhrauen einen beeindruckenden Fackellauf.
Der Kunstverein startete in den Ruhrauen einen beeindruckenden Fackellauf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Kunstverein Arnsberg setzt Impulse: Mal mit leuchtender Fackel-Performance oder aber auch mit seinem neuen Buch.

Arnsberg..  Yukihiro Taguchi ist Japaner, Künstler, als solcher fasziniert vom Element Feuer, und zu Gast in Arnsberg. In etlichen Nächten hat er in unserer Stadt sein Unwesen – pardon – Kunstwesen getrieben. Wenn die Lichter ausgegangen waren und sich die Stille der Nacht über sie gesenkt hat, hat er an markanten Stellen mit einer brennenden Fackel in der Luft gezeichnet. Diese Gebilde sind dann mittels aneinander gereihter Momentaufnahmen als Videosequenzen sichtbar gemacht und konserviert geworden. Als krönenden Abschluss beabsichtigte er, am Freitag nach Einbruch der Dunkelheit in den Ruhrauen eine lebende Kette zu organisieren, die das Feuer ihrer Fackeln von Mensch zu Mensch als Symbol der Verbundenheit weitergeben soll.

Aufarbeitung der Theorie der Kunst

Vor der Ausführung dieses Events stellten Dr. Johannes Teiser (Vorstandsmitglied), Juliane Rogge (Geschäftsführerin) und Vlado Velkov (Kurator und maßgeblicher Mitherausgeber) das druckfrische Buch des Kunstvereins „public abstraction“ in dessen Räumlichkeiten vor. „Wir sind ein kleiner Verein mit großen Herausforderungen“, umschrieb Velkov den anspruchsvollen Versuch, Abstraktion als Prozess und Methode künstlerischer Produktion vielschichtig aufzuarbeiten. Es sei gelungen, einen entscheidenden Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Theorie der Kunst zu liefern. „Unsere zahlreichen Kunst-Projekte in den letzten Jahren im öffentlichen Raum sind zu einem Markenzeichen des Arnsberger Kunstvereins geworden“, stellte Dr. Teiser fest. Darauf aufbauend hätten sich in der vorgestellten Publikation eine Reihe namhafter Autoren durch Schrift, deutschen und englischen Texten, Abbildungen und Begrifflichkeiten mit völlig unterschiedlichen Ansätzen und Vorstellungen in geschichtlicher, sozialer und marktmäßiger Hinsicht mit dem Thema „Abstraktion“ intensiv auseinander gesetzt. In zweijähriger ambitionierter Arbeit sei so ein ganz besonderes Buch entstanden, dessen schlichtes Äußeres schon ein Kunstwerk sei. Unter den vielen Sponsoren hob Dr. Teiser die Unterstützung durch die RWE und die Kunststiftung des Bundes hervor.

Fackeln aus knorrigen Ästen

Viele der Gäste machten sich dann in der Dunkelheit, bewaffnet mit Fackeln aus knorrigen Ästen aus dem Eichholz, auf den Weg durch die Twiete zu einer Wiese im Alten Feld. Dort ließ Yukihiro Taguchi sie sich so aufstellen, dass sie die liegende Acht des Unendlichkeitszeichens bildeten. Das zuerst entzündete Feuer wurde nun von Fackel zu Fackel weitergereicht, bis sich die beiden verschlungen Kreise als eindrucksvolle Spur aus lodernden Lichtpunkten darstellten. Dies steigerte sich noch bis zu einer gewissen Feierlichkeit, als Yukihiro Taguchi die Teilnehmer aufforderte, die Spur des Unendlichkeitszeichens gemessen abzuschreiten.