Klaus Ullrich jetzt i.R.

So kennt man ihn: Klaus Ullrich inmitten seiner Schüler.
So kennt man ihn: Klaus Ullrich inmitten seiner Schüler.
Foto: Ted Jones/WP

Arnsberg..  „Für Klaus Ullrich sind Bildung und Erziehung kein Beruf, sondern eine Haltung, eine Lebensweise.“ Damit sei für ihn Schule ein Ort, um das „Mensch sein“ zu fördern. Und ein Ort, Angst zu nehmen, um auch einmal gegen den Strom schwimmen zu können.

Mit diesen Worten verabschiedete Bürgermeister Hans-Josef Vogel Mittwochmorgen im feierlichen Rahmen im Sauerlandtheater Klaus Ullrich, seit 2002 Leiter des Gymnasiums Laurentianum, in den Ruhestand. Mit Ullrich verliere die Stadt, so Vogel, einen ihrer profiliertesten Schulleiter und die Bildungsregion Arnsberg-Werl „einen wichtigen Ratgeber und ­Innovator der Unterrichts- und Schulentwicklung“. Klaus Ullrich habe das Laurentianum 13 Jahre erfolgreich geleitet, nachdem er zuvor das städtische Graf-Gottfried-Gymnasium als stellv. Schulleiter und dessen Fusion mit dem Franz-Stock-Gymnasium gestaltet habe.

Bildung als Lebensweise

Dass für den scheidenden Chef des Laurentianums Bildung zugleich Haltung und Lebensweise ist, dies könne man auch an der „enormen Herausforderung Inklusion“ ablesen. Vogel: „Sie haben mit ihrem Kollegium die Aufgabe ,Inklusion’ vorbereitet und setzen sie um. Jetzt kommt man zum Lauren­tianum, um hier zu lernen, wie die Schule diese Herausforderung bewältigt.“

In Ullrichs Amtszeit fallen zudem Meilensteine in der Entwicklung des Laurentianums – zum Beispiel die ­Umwandlung der wenig benutzten Aula in SchulStadtBücherei und Selbstlernzentrum; die führende Mitarbeit im Modellvorhaben „Selbstständige Schule“ und damit die systematische Unterrichts- und Schulentwicklung oder die Auszeichnung des Laurentianums als eines der ersten sieben NRW-Gymnasien mit dem „Gütesiegel Individuelle Förderung“. Auch deshalb rief Vogel dem scheidenden Schulleiter zu: „Bleiben Sie ein Anwalt der jungen Menschen, die alle mehr können als wir glauben.“

Klaus Ullrich kam nach seinem Referendariat (1976 bis 1977) über die Stationen Menden und Graf-Gottfried-Gymnasium 2002 als Chef ans Laurentianum und trat damit die Nachfolge von Klaus Kayser an.