Kirchturmdenken beenden

Vertreter der Arnsberger SGV-Abteilungen diskutieren über gemeinsame Aktivitäten.
Vertreter der Arnsberger SGV-Abteilungen diskutieren über gemeinsame Aktivitäten.
Foto: SGV

Arnsberg..  Die Abteilungen des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) im Stadtgebiet Arnsberg haben das Kirchturmdenken für beendet erklärt und rücken nun enger zusammen. Damit soll auch ein aktiver Beitrag zur Stärkung des Wir-Gefühls in der Gesamtstadt geleistet werden.

Der SGV ist ein Verein, in dem sich jede einzelne Abteilung Gemeinsamkeit, Wandern und viele weitere Aktivitäten auf die Fahne geschrieben hat. So hat man sich im Arnsberger Stadtgebiet dieser Tugenden besonnen und abteilungsübergreifend zusammengesetzt: Was in der einzelnen Gruppen großgeschrieben wird, soll nun auch unter allen zehn Arnsberger Abteilungen - Vosswinkel, Holzen, Herdringen, Müschede, Hüsten, Neheim, Bruchhausen, Niedereimer, Arnsberg und Oeventrop - möglich sein.

Erste Aktion bereits gelaufen

Einige abteilungsübergreifende Projekte werden bereits seit 2013 realisiert - mit in den jeweiligen Wanderplänen angekündigten Aktivitäten. Die herausragenden Angebote waren dabei u.a. die Veranstaltungen mit Reiner Hänsch („Urkomische Lesung mit Musik“) im SGV-Jugendhof. Diese Abende mit über 200 Gästen wurden von den Abteilungen Oeventrop und Arnsberg initiiert. Der Start für ein Mehr an Gemeinsamkeit untereinander ist also bereits gemacht.

Beim Februar-Treffen der Abteilungen setzte sich nun das aus Vorstandsmitgliedern bestehende Gremium in der SGV-Hütte Bruchhausen zusammen. Und das SGV-Team war sich einig: „Von einem guten Image der zehn Arnsberger Abteilungen und näherem Kennenlernen der Mitglieder untereinander profitieren wir letztlich alle“.

Diese Bemühungen würden nicht nur den Zusammenhalt über die Ortsgrenzen hinaus fördern. Denn wenn man miteinander rede, sich kenne und gemeinsame Aktivitäten unternehme, werde zugleich das von der Stadt propagierte Wir-Gefühl in Gesamt-Arnsberg gefördert. Und damit trete das „Kirchturmdenken“ mehr und mehr in den Hintergrund.

Ein zentraler Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung: die Gemeinschaftsaktion „Quer durch Arnsberg - von Hütte zu Hütte“. Unter diesem Schlagwort werden sich alle Abteilungen gegenseitig in ihren jeweiligen Vereinhütten und -heimen besuchen. Die SGV-Abteilung Oeventrop hat den Auftakt dieser Aktion übernommen und in ihre Vereinshütte eingeladen. Die Arnsberger SGVer werden die Wanderung nach Oeventrop leiten, die am Samstag, 28. Februar, um 11 Uhr am Bahnhof Arnsberg startet. Hier treffen sich die Mitglieder aller Abteilungen und gehen auf eine etwa 10 km lange Strecke. Eine Anmeldung in den einzelnen Abteilungen ist allerdings erforderlich.

Positives Zeichen setzen

Mit dieser Art von abteilungsübergreifenden Aktivitäten will der SGV ein positives Beispiel für ein gutes Zusammenleben der einzelnen Arnsberger Ortsteile auf Vereinsebene geben. Zudem wollen die Abteilungsvorsitzenden künftig bis zu zwei Mal pro Jahr zusammenkommen, um weitere Aktionen zu besprechen.

Der nächste Sitzungstermin steht übrigens bereits fest: am 28. September in der Vereinshütte Neheim. Schon jetzt haben alle Abteilungen ihre Teilnahme zugesagt.

„Das ist der Weg der Zukunft“

Auch der SGV hat bundesweit - wie alle ehrenamtlich organisierten Vereine - in den vergangenen Jahren deutlich an Mitgliedern verloren. „Aber seit etwa zwei Jahren sind die Rückgänge weniger geworden, zum Teil stagnieren die Zahlen sogar,“ sieht SGV-Marketingmanagerin Nadja Schulte von der SGV-Hauptabteilung etwas Licht am Ende des Tunnels.

Daher seien das gemeinsame Handeln und sogar Fusionen über Ortsgrenzen hinaus besonders im ländlichen Raum mit den vielen kleinen Abteilungen wohl „der Weg der Zukunft“. So habe sich zum Beispiel eine im Bergischen Land vor der Auflösung stehende Abteilung mit einer größeren im Nachbarort zusammengeschlossen und so überlebt. „Ballungszentren wie das Ruhrgebiet mit teils 500 Mitgliedern pro Abteilung sind dagegen nicht so stark von den Auswirkungen des Mitgliederrückgangs betroffen.“

Grundsätzlich aber, so Nadja Schulte, könne der SGV mit bundesweit rund 37 000 Mitgliedern positiv in die Zukunft blicken.

Zahlen zur aktuellen Entwicklung in den zehn heimischen Abteilungen lägen erst ab April vor.