Kinder werden Imker

Imker Horst Möller erläutert den „Twiete“-Kindern das Ausschwärmen der Bienen, die nun im zweiten Gartenhaus der Arnsberger Bürgergärten ihr Domizil aufgeschlagen haben.
Imker Horst Möller erläutert den „Twiete“-Kindern das Ausschwärmen der Bienen, die nun im zweiten Gartenhaus der Arnsberger Bürgergärten ihr Domizil aufgeschlagen haben.
Foto: Jochem Ottersbach

Arnsberg..  „Ihr seid jetzt unsere Bienenkinder“, verkündete die Erzieherin der zehn Kindergartenkinder aus der Twiete, die sich vor der geöffneten Kellertür des zweiten historischen Gartenhauses in den benachbarten „Bürgergärten“ versammelt hatten. Und das kam so:

Anlässlich eines Honigfestes des Fördervereins Bürgergärten vor etwa zwei Jahren kam die Idee auf, in dem einen der Gartenhäuschen Bienen anzusiedeln, die von Kindern des Twiete-Kindergartens betreut werden sollten. Auf Anfrage des Vorsitzenden Uwe Schmidtke erklärte sich der Bienenzuchtverein Arnsberg und insbesondere dessen Vorsitzender Horst Möller spontan bereit, die notwendige intensive Unterstützung zu leisten.

Auch Stadt unterstützt Projekt

Auch in den zuständigen Stellen der Stadt Arnsberg war die Bereitschaft schnell vorhanden, dieses Projekt zu begleiten. So säten zum Beispiel die Mitarbeiter des städtischen Grünflächen-Managements eigens eine Wildblumenwiese - damit die fleißigen Bienen ausrechend Nahrung in der Umgebung finden.

Und jetzt endlich war es soweit: Horst Möller war mit dem ersten Bienenstock mit einem Volk von 25.000 Bienen angerückt. Zuvor zeigte er den Kindern an Hand verschiedener Fotos viele Arten von heimischen Bienen und erläuterte, wie diese sich ernähren und sich als Volk mit ihrer Königin organisieren. Zudem erklärte der Experte anschaulich den artgerechten Umgang bei der Haltung dieser nützlichen Insekten.

So konnte Horst Möller den Mädchen und Jungen auch anfängliche Ängste vor den stechenden Insekten nehmen. Darüber hinaus erläuterte er mit Hilfe eines leeren Bienenkastens mit Wachswaben - Beute genannt -, wie Bienen gehalten werden und wie schließlich die Honigproduktion über die Bühne geht.

Ende Juli erste Honigernte

Dann wurde es spannend: Jedes Kind bekam eine spezielle Kinder-Imker-Ausrüstung und die Kleinen hatten natürlich Mordsspaß daran, sich die Hüte mit den herabwallenden Schleiern aufzusetzen. So geschützt, folgten sie Horst Möller, der den Kasten mit dem Bienenvolk in den Kellerraum des Gartenhäuschens trug und vor einem Fenster platzierte - mit dem Schlupfloch nach außen.

Durch eine Plexiglasscheibe konnten die stark interessierten Kinder nun beobachten, wie die Bienen bereits die ersten Waben bearbeiteten. Schließlich begannen dann die Bienen, durch das Schlupfloch ins Freie zu schwärmen, wo sie die Wildblumenwiese als Nahrungsquelle für sich entdeckten. Horst Möller erklärte nun, wie die Tierchen aus dem gesammelten Nektar der Blüten den begehrten Honig produzieren. Ein für die Kinder faszinierender Vorgang.

Wenn alles gut geht, werden die Bienen als neue Bewohner der Arnsberger „Bürgergärten“ Ende Juli bis Mitte August mit der Honigherstellung fertig sein, so dass ihn die Kinder mit Hilfe von Horst Möller ernten können.

Bis dahin wird der erfahrene Imker nun gemeinsam mit den Kindern und mit Unterstützung des Fördervereins Bürgergärten alle neun Tage den Bienenstock betreuen. Der Kindergarten und die Kinder dürfen nicht nur den Honig behalten, sie werden so auch vieles über dessen Entstehung, den Umgang mit den Bienen und vor allem die Wertschätzung der Natur und deren Produkte erfahren.