Kinder am Klavier und ein Wolf mit Zahnproblemen
16.02.2010 | 05:00 Uhr 2010-02-16T05:00:00+0100
Ein Wolf windet sich auf dem Bühnenboden des Sauerlandtheaters, in einer Schlinge gefangen. Ein Vogel flattert aufgeregt um ihn herum. Der Bezwinger des Untiers, ein Junge namens Peter, sitzt oben auf einem Baum und scheint Herr der Lage zu sein.
Teils heitere, teils dramatische Klaviermelodien untermalen die bunte Szene. Dem Beobachter wird schnell bewusst, was hier passiert: Kinder proben die letzte Szene des musikalischen Märchens „Peter und der Wolf” von Sergej Prokofieff. Bis zur Aufführung fehlt noch ein wenig Perfektion. Der Wolf verliert ständig sein angeklebtes, Zähne fletschendes Maul, und die kleine Klavierspielerin muss herzhaft über die Tasten niesen — was allgemeine Heiterkeit erregt, aber dem Eifer bei der Probe nicht schadet.
Einstudiert wird das Stück als Gemeinschaftsprojekt mit Klavierschülern der Musikschule des Hochsauerlandkreises unter der Leitung von Britta Rapp und Grundschülern aus der Theater-AG der Heinrich-Knoche-Schule. In der zweiten Klasse dieser Schule ist Theaterspielen freiwilliges Fach, das von Michaela Padberg geleitet wird. Sie hatte die Idee, die charakteristischen Melodien, die in „Peter und der Wolf” die handelnden Personen akustisch verkörpern, obendrein noch mimisch durch die kleinen, kostümierten Schauspieler zu illustrieren.
Für die Kinder sei es wichtig, sich auf die Musik einzulassen, um diese in darstellerische Bewegungsabläufe umzusetzen. Dies verlange um so mehr von ihnen ab, weil Texte nur eine sehr untergeordnete Rolle spielten. Als Regisseurin setzt sie alles daran, dieses Ziel zu erreichen und die Kinder machen begeistert mit. Aufgeregt vor ihrem großen Auftritt seien sie nicht, sagt Jonas, der den Peter spielt. Sie wären schon mehrmals aufgetreten, unter anderem auf der Freilichtbühne Herdringen.
Masken, Kleider und Kulissen in Eigenregie
Der den Wolf verkörpernde Mathies pflichtet ihm bei. Die Proben in der Schule und zusammen mit den Kindern der Musikschule seien zwar anstrengend, würden aber auch viel Spaß machen. Die Pianisten der Musikschule sehen das ähnlich: Mit großem Eifer lösen sie sich an den Tasten des Flügels gegenseitig ab, wenn im Märchen die handelnde Person wechselt, um deren musikalische Erkennungsmelodie zu spielen. Auch Masken, Kleider und Kulissen wurden von den Akteuren in eigener Regie angefertigt.
Das Finale der Probe und des Stückes endet in einem Triumphzug, in dem Peter, der Jäger, der Vogel und die Katze den gedemütigten Wolf in den Wald zurückbringen. Sogar die vom Wolf lebendig verschluckte Ente taucht wieder auf. Jeder der Darsteller verabschiedet sich dann zusammen mit einem der Klavierspieler.
Die beiden Aufführungen am Montag, 22. Februar, im Sauerlandtheater für Schulen und Kindergärten sind bereits ausgebucht. Für die Aufführungen am Sonntag, 21. Februar, um 15 und 17 Uhr in der Kulturschmiede sind aber noch Karten zu haben.

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