Kein Friedwald in Oeventrop

Praktisch nur noch eine Wiese
Praktisch nur noch eine Wiese
Foto: WP Ted Jones

Oeventrop..  Der evangelische Friedhof in Oeventrop wird vorzeitig aufgegeben und dessen Betreuung und Verwaltung zum Jahresende eingestellt. Der Pachtvertrag ist bereits gekündigt. Grund für dieses Vorgehen der Stadt Arnsberg als Trägerin ist u.a. eine veränderte Bestattungskultur. Auch einen Friedwald wird es in den Ruhrdörfern nicht geben. Dies teilte jetzt die Verwaltung im Bezirksausschuss Oeventrop mit.

Die Stadt Arnsberg unterhält derzeit 15 kommunale Friedhöfe. Doch in den vergangenen Jahren habe sich die Friedhofs- und Bestattungskultur stark gewandelt: zum Beispiel mit dem Trend zu pflegeleichten und preisgünstigen Angeboten sowie Urnenbeisetzungen statt Erdbestattungen. Daraus resultierten auf allen Friedhöfen sogenannte Überhangflächen, die für den ursprünglich vorgesehenen Zweck nicht mehr benötigt würden, aber kostenintensiv gepflegt bzw. unterhalten werden müssten.

Die Stadt Arnsberg habe aber als Trägerin der Friedhöfe die Aufgabe, deren Flächen und Anzahl an die Entwicklung anzupassen. Auch, um ressourcenfreundlich zu agieren. Deshalb habe man den Vorschlag auf Schließung des direkt an der B 7 gelegenen evangelischen Friedhofes unterbreitet. Ein Vorschlag, der auch von der ev. Kirche begrüßt worden sei und nun zum 31. Dezember 2015 umgesetzt werde. Der Pachtvertrag für das Friedhofsareal hatte ursprünglich noch eine Laufzeit bis 2021.

Lehrwald geplant

Die 1894 angelegte und 1971 von der damaligen politischen Gemeinde Oeventrop angepachtete Ruhestätte war mit der kommunalen Neugliederung 1971 an die Stadt Arnsberg als Rechtsnachfolgerin der Gemeinde übergegangen. Zuletzt befanden sich gerade noch neun Gräber auf dem Friedhof, die Ruhe- und Nutzungszeiten waren überwiegend abgelaufen.

Nach entsprechenden Gesprächen mit den Angehörigen wurden die Gräber bereits im vergangenen Dezember eingeebnet. Mit der Kündigung des Pachtvertrages und der Einstellung von Pflege und Betreuung ist damit der ev. Friedhof nach 121 Jahren Geschichte. Laut Kirchengemeinde wird die 1662 Quadratmeter große Fläche künftig anderweitig genutzt: als Lehrwald. Erste Schulbäume sollen bereits im Frühjahr gepflanzt werden.

Einen Friedwald, der Baumbestattungen ermöglicht, wird es in Oeventrop nicht geben. Eine entsprechende Anfrage von „Haus & Grund“ im September 2013 im Bezirksausschuss auf Schaffung einer solchen Möglichkeit im „Klosterwald“ in unmittelbarer Nähe des Friedhofes am Steiler Weg, erteilten jetzt die Technischen Dienste der Stadt Arnsberg eine Absage. Denn:

Baumbestattungen nur in Neheim

Eine vom Büro für Wald- und Umweltplanung Arnsberg eingeholte Stellungnahme habe den Klosterwald aufgrund der ungünstigen Flächenform und Infrastruktur sowie der zu geringen Größe als nicht geeignet für diesen Zweck erachtet. Deshalb habe letztlich die Projektgruppe „Friedhöfe“ nach eingehender Beratung entschieden, Baumbestattungen weiterhin nur auf dem Waldfriedhof Rumbecker Holz in Neheim zuzulassen. Und nicht auf Oeventrop auszuweiten.