Jedes Schlagloch wird protokolliert

Schlaglöcher und Straßenschäden gibt es im Stadtgebiet reichlich.
Schlaglöcher und Straßenschäden gibt es im Stadtgebiet reichlich.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg.. Über den schlechten Zustand vieler Straßen und Gehwege beschweren sich Arnsberger Bürger in regelmäßigen Abständen – vor allem zum Ende des Winters. Ihnen sei gesagt: Jeder einzelne Hinweis auf Schlagloch X und „Stolperfalle“ Y wird von den zuständigen Stellen nicht nur aufgenommen, sondern ist in aller Regel bereits bekannt. Zuständig sind die Stadtwerke Arnsberg, genau gesagt der Bereich „Technischer Service – Straßen- und Brückenbau“.

„Arnsbergs städtisches Straßennetz wird von uns in regelmäßigen Abständen kontrolliert – gemäß Vorgabe der kommunalen Versicherer“, erklärt Wolfgang Schomberg, Leiter Technischer Service bei den Stadtwerken. Darüber wird peinlich genau Buch geführt, jede Kontrolle ist zu protokollieren.

Die Stadtwerke beschäftigen dafür zwei Straßenbegeher, die täglich rund 20 Kilometer in Arnsberg unterwegs sind und Schäden aller Art in Augenschein nehmen.

Nicht jedes Loch kann unmittelbar beseitigt werden

Dass trotzdem nicht jedes Loch und jede lose Gehwegplatte un­mittelbar instand gesetzt werden kann, hat sowohl pragmatische als auch ­finanzielle Gründe:

Etwa 400 Kilometer städtische Straßen samt Gehwegen, dazu weitere 35 Kilometer Fuß- und Radwege sowie 30 Kilometer Wirtschaftswege – die Kontrolleure sind wahrlich nicht zu beneiden. „Stark genutzte Straßen überprüfen wir wöchentlich, Anliegerstraßen alle sechs Wochen, Wirtschaftswege einmal im Quartal“, erklärt Dany Sojka, in deren Obhut „Straßen und Brücken“ liegen, das Arbeitsaufkommen in Sachen Kontrolle. Ist alles kontrolliert, wird saniert?

So einfach ist das nicht, denn für Sanierung, Erhalt und Verkehrs­sicherung stehen jährlich 270 000 Euro an Haushaltsmitteln zur Verfügung. Angesichts des ausgedehnten Straßen- und Gehwegenetzes ist das wenig Geld, zumal Aus­besserung nicht gerade preiswert ist: „Asphalt raus, neuer rein kostet für Gehwege etwa 50, für Fahrbahndecken 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter“, rechnet Dany Sojka vor. Nur zwei Mitarbeiter stehen den Stadtwerken für derlei Reparaturen zur Verfügung, muss mit Heißasphalt saniert werden, wird ohnehin fremd vergeben. Gearbeitet wird auf Grundlage einer Prioritätenliste, die wiederum auf Ergebnissen der Kontrollen fußt.

„Koordination ist alles“

Außerdem versuchen die Stadtwerke, eng mit anderen Versorgern zu­sammen zu arbeiten, um Maßnahmen bündeln zu können, beispielsweise beim Legen von Versorgungsleitungen. „Koordination ist alles“, so Wolfgang Schomberg, der außerdem den Draht zu Petrus pflegt: „Jeder weniger strenge Winter ist für uns ein Glücksfall“, weiß er. Strenger Frost ist für Gehsteig­Platten besonders verheerend...

Verheerend kann es für seinen Arbeitgeber auch werden, wenn jemand stürzt und sich verletzt. Private Versicherer nehmen die „Stolperstelle“ akribisch unter die Lupe, um nach Möglichkeit die Kommune haftbar machen zu können.