Jeder soll noch atmen können
03.08.2007 | 20:17 Uhr 2007-08-03T20:17:34+0200Arnsberg. (ad) Die Schützenfeste sind fast vorbei und die Schützen- oder Gemeinschaftshallen werden wieder für andere Festlichkeiten genutzt. Gut gereinigt und vor allem gelüftet warten sie auf neues Publikum.
Apropos Belüftung während einer Veranstaltung: Es gibt da nämlich die Versammlungsstättenverordnung, die besagt, dass für jede Person eine stündliche Frischluftrate von mindestens 20 Kubikmetern gesichert sein muss. In Räumen, in denen geraucht wird, müssen es sogar 30 Kubikmeter sein. Dazu kommt noch die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NW).
In der Schützenhalle von Bruchhausen steht die sicherlich modernste Heizungs- und Lüftungsanlage im Stadtgebiet Arnsberg. Meinolf Reuther, Hauptmann der Schützenbruderschaft St. Maria Magdalena, und sein Rendant Karl-Heinz Hense erklären, dass ein enormer Kraftakt erforderlich war, diese Anlage zu finanzieren. Über Jahre wurde dafür gespart, die Stadt beteiligte sich und eine heimische Brauerei gab der Bruderschaft ein Darlehen. Weiterhin halfen Spenden und eine Beitragserhöhung.
"Die Abluftwerte entsprachen nicht mehr der Norm", so Reuther. Daraufhin ordnete die Bauberatung der Stadt Arnsberg eine Modernisierung der Heizungs- und Lüftungsanlage an, denn die Halleneigentümer sind für die Einhaltung der Bestimmungen verantwortlich. "Wenn man alles zusammenrechnet, hat die komplette Anlage zirka 250 000 Euro gekostet", bestätigt Hense. Darin sind ehrenamtliche Arbeitstunden von rund 40 000 Euro enthalten. Der TÜV nimmt regelmäßig Überprüfungen vor.
Die Schützenbruderschaft St. Antonius in Herdringen hat vor zwei Jahren in der Schützenhalle eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage eingebaut, berichtet Geschäftsführer Meinolf Eickel: Es sei zwar weniger Heizenergie verbraucht worden, aber die Kosten für die Belüftung seien gestiegen.
Hüstens Schützenoberst Thomas Buchmann meint, dass manche Bestimmungen "deutscher Formalismus" sind. "Das Thema bewegt uns, seit die Stadt Arnsberg die Halle vor zirka 13 Jahren umgebaut hat", so Buchmann. Verordnungen seien aber nun einzuhalten, "auch wenn einige vielleicht paradox sind."
Besser dran ist da die Schützenbruderschaft St. Georg Oelinghauserheide. "Unsere Halle hat keine Heizung und benötigt keine Umluft", erläutert Brudermeister Franz Kannengießer. Die Hallen in Vosswinkel, Holzen, Bachum und weiteren Stadtteilen entsprechen den Bestimmungen und Verordnungen, so die Auskunft der Schützenobersten und Brudermeister.

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