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Sportsozialpreis

„Jeder hat eigene Herausforderungen“

27.03.2016 | 19:00 Uhr
„Jeder hat eigene Herausforderungen“
Sportsozialpreis: Volti-Flöhe Voßwinkel.

Voßwinkel.   Elterninitiative trifft Sportverein: Auf der Reitanlage „Parkpferde Höllinghofen“ ist aus einer „Spielgruppe mit Pferd“ eine inklusive Voltigier-Mannschaft geworden.

Lose angebunden ist sie am Zucht-, Reit- und Fahrverein Voßwinkel, über den nun auch Wettkampf- und Turnierteilnahmen ermöglicht werden.

„Die Voltiflöhe sind eine kleine, aber feine Elterninitiative, die lose an den ZRFV Vosswinkel angebunden, im Alltag allerdings ganz selbstständig und unabhängig ist“, erklärt Ildiko Ketteler. Sie und ihr Mann sind Besitzer der Reitanlage.

Seit vielen Jahren voltigiert unter dem Namen „Voltiflöhe“ eine Gruppe von zehn Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren auf dem Gut Höllinghofen. „Aus der „Spielgruppe ist heute eine hoch motivierte kleine Mannschaft geworden, die seit einem Jahr auch erfolgreich an Turnieren teilnimmt“, sagt Ildiko Ketteler.

Was ist das Besondere an den Voltiflöhen? Das ist zum einen die Kooperation von Verein und Elterninitiativen. Zum anderen der inklusive Ansatz vom ersten Tag an. Auch Kinder mit Handicaps haben dort ihren Platz. Die Tochter von Ildiko Ketteler hat das Down Syndrom. Sie ist selbstverständlicher Teil der Mannschaft.

Im Voltigiersport - dem Turnen auf dem Rücken der Pferde - wird immer mit altersgemischten Teams gearbeitet, bei denen auch sehr unterschiedliche Leistungsniveaus in ein und demselben Team möglich sind. „Das Pferd macht sowieso keine Unterschiede zwischen Menschen mit oder ohne Behinderung“, erzählt Ildiko Ketteler, „Turnen auf einem so großen, majestätischen, sanften aber auch schreckhaften Tier ist für jedes Kind eine Herausforderung“.

Obwohl die Gruppe inklusiv ausgerichtet ist, startet sie auf ganz normalen Turnieren und ist dabei auch erfolgreich. „Das ist neben den sozialen Aspekten für die Kinder schon wichtig und motivierend!-“, betont Ildiko Ketteler. Entscheidender aber ist die inklusive Selbstverständlichkeit, die die Kinder in der Gruppe erlernen. „Die Kinder in der Gruppe unserer Voltiflöhe lernen, dass jeder Mensch anders ist und dass doch jeder seine eigenen persönlichen Herausforderungen meistern muss und kann und dabei für das Team eine tragende, unersetzliche Rolle spielt“, so die Mutter.

Wie bei allen Elterninitiativen ist Engagement dier Basis des Gelingens. So sind auch die „Volti-Flöhe“ zu Beginn „aus dem Nichts“ entstanden: Schritt für Schritt, unter großem persönlichen Einsatz der Eltern und zunächst ohne die Infrastruktur und Kompetenz eines Vereins im Rücken, hat sich die Initiative einen sehr aufwändigen und komplexen Sport erschlossen, der in seiner sportlichen Form hier im nahen Umfeld nicht sehr verbreitet ist. „Dazu haben wir uns immer wieder Input von außen gesucht, uns weitergebildet, Pferde ausgebildet und Ausrüstung erworben“, so Ildiko Ketteler. Zu den ersten Turnieren sind die Kinder noch ohne Trainer gefahren. „Einfach, weil wir noch keinen hatten. Die Eltern haben das Training über weite Strecken einfach selbst gemacht“, so Ildiko Ketteler. Seit einem halben Jahr wird die Gruppe nun ehrenamtlich von Carolin Brand trainiert, die „hauptberuflich“ Lehrerin am Gymnasium Laurentianum in Arnsberg tätig ist.

Martin Haselhorst

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2016-03-27 19:00
Arnsberg