Jede Menge Kohle - aber nur statistisch
30.07.2007 | 23:59 Uhr 2007-07-30T23:59:42+0200Arnsberg/Sundern. Haben Sie's gemerkt? Im Jahr 2005 konnten Sie viel mehr Geld ausgeben, als im Jahr davor. Das jedenfalls haben Statistiker herausgefunden. Das "verfügbare Einkommen" ist danach sowohl in Arnsberg als auch in Sundern gestiegen. Doch: Wede
Verfügbares Einkommen" ist das Geld, das den privaten Haushalten für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht. Steuern wurden dabei schon abgezogen, aber Mieten und Nebenkosten müssen auch vom "verfügbaren Einkommen" gezahlt werden.
Und dieses Einkommen ist im Jahr 2005 zum Teil recht deutlich angestiegen, teilte jetzt das Landesamt für Datenverarbeitung mit. Konkret heißt das für Arnsberg: Statistisch gesehen standen jedem Arnsberger 20 934 Euro zur Verfügung, die er in 2005 ausgeben konnte. Das waren 542 Euro mehr, als im Jahr davor.
In Sundern haben die Bürger noch eine deutlich höhere Kaufkraft: dort standen durchschnittlich jedem Einwohner 26 268 Euro im Jahr 2005 zur Verfügung - hier waren es sogar 1369 Euro mehr.
An diesen Zahlen lässt sich auch ablesen, wie "reich" oder "arm" eine Stadt ist. Sundern belegt mit Platz 14 (von landesweit 396 Kommunen) einen Rang ganz weit vorn in der Einkommens-Statistik. Arnsberg errreicht Platz 61.
Die anderen Städte im HSK sind schlechter gestellt: 16 361 E pro Jahr und Einwohner stehen in Marsberg beispielsweise den Bürgern zur Verfügung. Das ist Platz 341 in der landesweiten Rangliste.
Hat sich das Plus beim verfügbaren Einkommen der Arnsberger und Sunderner in barer Münze für den Einzelhandel ausgezahlt? Haben die Bürger mehr in heimischen Geschäften eingekauft? "Nein", sagt Klaus Willmers, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Südwestfalen in Arnsberg. Der Umsatz pro Einwohner sank im Einzelhandel in Arnsberg von 5478 E in 2003 auf 5452 E im Jahr 2005.
Auch in Sundern liefen die Geschäfte schlechter: Hier sank der Umsatz von 4076 E auf 3 843 E. Wie passt das zusammen?
"Das hat mehrere Gründe", sagt Willmers. "Miet- und Nebenkosten zum Beispiel sind gestiegen - da bleibt weniger Geld zum Einkauf übrig. Außerdem geben die Menschen auch einen größeren Teil des Einkommens für Urlaube aus - oder kaufen nicht in der Heimat, sondern in größeren Städten wie z.B. Dortmund."
Oder nutzen ihr Geld, um Schulden zu tilgen. "Die Sparquote ist in diesem Zeitraum stabil geblieben", sagt Petra Schmitz-Hermes von der Sparkasse Arnsberg-Sundern. Aber die Tilgungen nahmen deutlich zu. Viele Kunden des größten Geldinstituts in Arnsberg und Sundern bauten kräftig ihre Schulden ab.
Das höhere verfügbare Einkommen ist allerdings nur ein statistischer Durchschnittswert. Tatsächlich muss das Geld nicht bei jedem Bürger angekommen sein - sondern verstärkt vielleicht nur bei den Reichen.
Darauf deuten die ungewöhnlich hohen durchschnittlichen Einkommenszahlen in Sundern hin. Arnsbergs Nachbarstadt gehört in NRW zu den Top-Ten was die Zahl der Einkommensmillionäre angeht. Davon gibt es in Sundern 17, in Arnsberg 27 - und in Marsberg keinen einzigen (Landesamt-Zahlen von 2001).

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