Je suis Charlie – so reagiert die Region auf den Terror

Trauer um die Anschlagsopfer in Frankreich.
Trauer um die Anschlagsopfer in Frankreich.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Terroranschlag in Frankreich hat auch die Menschen in der Region erschüttert. Es wird befürchtet, dass Pegida weiteren Zulauf erfährt.

Brilon/Arnsberg.. Der Terroranschlag in Frankreich hat auch die Menschen in der Region erschüttert. Von „Abscheu und Entsetzen“ spricht der Briloner Gereon Fritz, Präsident der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften in Europa. Er fordert von den Europäern Zeichen eines „empathischen Wir-Gefühls“: „Lassen Sie den Menschen in Frankreich, die Sie kennen, Solidaritätsbekundungen zukommen.“

Der Pädagoge aus dem Hochsauerland hat seit gestern mit vielen Freunden in dem Nachbarland telefoniert. Er ist sich sicher, dass der „Mord-Anschlag auf die gesamte westliche Wertegemeinschaft“ die Grande Nation noch weiter eint. „Es gibt eine parteienübergreifende Solidarität mit den Opfern.“ Dennoch: Es werde lange dauern, glaubt Fritz, bis Frankreich die schrecklichen Ereignisse des 7. Januar 2015 verkraftet hat.

Niederträchtig und kaltblütig

Auch Pfarrer Stephan Jung vom Franz-Stock-Komitee für Deutschland (Deutsch-Französische Gesellschaft Arnsberg) zeigt sich erschüttert. „Die Brutalität und Kaltblütigkeit des Anschlags ist kaum in Worte zu fassen.“ Er erinnert an die Aussage des Papstes, dass Gewalt in keinem Fall zu rechtfertigen ist. Nach Jungs Ansicht müssten die Menschen das Attentat von Paris als Herausforderung begreifen. „Dass man fortwährend etwas für Frieden, Freiheit und Versöhnung tun muss.“ Der Grundgedanke der in Europa seit vielen Jahrzehnten dauernden Städtepartnerschaften und Gesprächsrunden.

Jung, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Neheim, warnt davor, gewaltbereite Islamisten mit friedliebenden Muslimen in einen Topf zu werfen. Eine Vorgehensweise, die manchen Sympathisanten der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) nachgesagt wird. Dass die Bewegung den Terroranschlag für ihre Zwecke instrumentalisieren könnte, befürchtet Theologiestudent Stephan Orth: „Es werden Ängste geschürt.“ Der 22-Jährige hat Deutschlands bislang größte Anti-Pegida-Demonstration am vergangenen Montag in Münster (10 000 Teilnehmer) organisiert. Dass sich Pegida nach dem „schrecklichen“ Attentat weiteren „Zulauf“ verspricht, zeigt Orth zufolge ein Facebook-Eintrag am Tag nach der Ermordung von zwölf Menschen. Tatverdächtige

Keine Pauschalisierungen

Darin sei eine Demonstration am Ende des Monats angekündigt worden. Orth & Co. wollen dem mit einer Gegendemo begegnen. „Wir müssen Grenzen aufzeigen. Pauschalierungen werden den Opfern von Paris und deren Angehörigen nicht gerecht.“

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion - diesem Verband gehören die meisten Moscheegemeinden in Südwestfalen an - verurteilt den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ aufs Schärfste. „Dieser Angriff auf die Menschheit ist niederträchtig und absolut inakzeptabel.“