Instandhaltung der Saunawelt hat Vorrang

See-Sauna im Freizeitbad Nass.
See-Sauna im Freizeitbad Nass.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Im Freizeitbad Nass besuchten im Jahr 2014 fast 70 000 Menschen die Saunalandschaft - so viel wie noch nie. In den kommenden Jahren wird in den Erhalt des Bestands investiert werden müssen.

Hüsten..  Die Sauna-Landschaft im Freizeitbad Nass in Hüsten zog im vergangenen Jahr so viele Gäste wie noch nie in seiner nun über zehnjährigen Geschichte an. Unsere Zeitung sprach mit Nass-Geschäftsführer Bernd Löhr über Pläne und Perspektiven.

Frage: Wie entwickelt sich die Besucherzahl in ihrem Saunabereich?

Bernd Löhr: Die Saunaanlage, die 2013 erstmals mit dem „5-Sterne-Premium-Siegel“ des Deutschen Saunabundes e.V. ausgezeichnet worden ist, wurde im Jahr 2014 von 69 967 Gästen besucht. Dies waren 2 995 Besucher mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von 4,47 Prozent entspricht und ist derzeit das beste Jahresergebnis der Sauna seit Bestehen der Anlage.

Ein Besuch in der Saunawelt des NASS kostet jetzt für Erwachsene schon jetzt im Normaltarif 15 Euro (vier Stunden) oder 17 Euro (Tageskarte). Wie liegen sie mit diesen Preisen im regionalen Vergleich?

Das Nass liegt im Vergleich mit anderen Saunaanlagen im preislichen Mittelfeld. Vergleicht man das Preis-Leistungsverhältnis mit anderen Einrichtungen, so ist der Preis mehr als marktgerecht und angemessen. Anpassungen der Eintrittspreise verursachen immer wieder verhaltene Besucherzahlen. Die geplante Anpassung des Mehrwertsteuersatzes durch das Bundesfinanzministerium wird sicherlich für viele Besucher schmerzlich sein. Fatal daran ist, dass diese Steigerung nicht zur Kompensation der allgemeinen Preissteigerungen dienen kann, sondern vom Nass an die Finanzbehörden abgeführt werden muss.

Könnte Ihr reiner Saunabetrieb eigentlich wirtschaftlich arbeiten und ohne Zuschüsse auskommen?

Es gibt einige wenige private Saunaanlagen, die sich wirtschaftlich tragen. Im Nass muss man jedoch das Gesamtangebot sehen, da die Saunabesucher auch den Badbereich nutzen. Eine Verrechnung dieser beiden Nutzungseinrichtungen untereinander gestaltet sich schwierig. Eine reine Saunaanlage kann unter gewissen Umständen – abhängig von der Kaufkraft der Region oder dem Angebot der regionalen Wettbewerber – betrieben werden.

Profitiert die Sauna wirtschaftlich vom Geothermie-Projekt?

Die Erdwärme aus der Geothermieanlage wird seit einiger Zeit im Erprobungsbetrieb genutzt. Die Preise für den Energiebezug aus Geothermie orientieren sich an marktüblichen Energiepreisen. Der ökologische Gewinn, den das Nass durch Geothermie und sicheren Ökostrombezug leistet, ist enorm.

Saunakunden sind ein anspruchsvolles Publikum und verlangen neben gutem Service auch stets nach neuen Attraktionen. Muss sich auch der Saunabetrieb des NASS weiter entwickeln?

Die Saunaanlage des Nass ist seit der Eröffnung kontinuierlich weiterentwickelt worden. So wurde beispielsweise die Außenfläche des Saunagartens erweitert und durch den Bau der Heilsaline und des Thermalsolebeckens. Beide Erweiterungen werden durch die „Arnsberger Thermalsole“ gespeist und stellen hierdurch ein Alleinstellungsmerkmal in der Region dar. Es wird hierdurch ein breites Spektrum der Gesundheitsprävention angeboten.

Stehen Investitionen in die Saunalandschaft an? Wenn ja, eher in Neuerungen oder in Instandhaltungsmaßnahmen? Was ist in der Planung?

Im Jahr 2014 wurden die mittlerweile in die Jahre gekommenen Dampfbäder in der Saunaanlage erneuert. Schwerpunkt der Instandsetzung war die Ausrichtung mit Schwerpunkt Wellness und Wohlbefinden. Die Gäste können zukünftig wählen zwischen natürlichem Dampfbad - dieser Raum entstammt in der Ausführung ganz dem Vorbild der Natur, und einem Dampfbad der Sinne - anregend wechselnde Farben gepaart mit entspannten Klängen geben diesem Raum ein sinnliches Flair. Im Mittelpunkt der nächsten Jahre wird jedoch die bauliche und technische Instandhaltung der gesamten Anlage liegen. Nach nunmehr elf Jahren Betrieb stellen sich immer öfter Mängel ein, die fortlaufend behoben werden müssen. Es wäre verantwortungslos, diese Umstände nicht zu beheben und dadurch einen großen Instandhaltungsstau zu verursachen, welcher erfahrungsgemäß im Nachgang weitaus höhere Kosten verursacht.

Kommen genügend neue junge Kunden in ihr Haus? Ist Sauna auch ein Zukunftsgeschäft?

Unter den 69 967 Saunabesuchern im Jahr 2014 waren 1 188 Kinder zu verzeichnen. Bei den erwachsenen Besuchern sind alle Altersgruppen anzutreffen. Waren es noch vor einigen Jahren gerade viele ältere Besucher, so kann seit geraumer Zeit auch ein großer Anteil junger Erwachsener bzw. Familien festgestellt werden. Bad- und Saunaanlage erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden zukünftig auch noch weiter ansteigen. Der Wellnessgedanke nimmt in unserer Gesellschaft stetig zu.