Im Raub-Prozess vor dem Landgericht steht das Urteil bevor

Ein 23-Jähriger muss sich unter anderem wegen schweren Raubs vor dem Landgericht Arnsberg verantworten.
Ein 23-Jähriger muss sich unter anderem wegen schweren Raubs vor dem Landgericht Arnsberg verantworten.
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
  • 23-Jähriger muss sich wegen zweifachen schweren Raubs und vier Einbrüchen im besonders schweren Fall vor dem Landgericht Arnsberg verantworten
  • Angeklagter soll mit weiteren Tätern unter anderem zwei Supermärkte in Arnsberg überfallen haben
  • Am Donnerstag könnte im Prozess das Urteil fallen

Arnsberg..  Ein 23-Jähriger steht derzeit wegen zweifachen schweren Raubs und vier Einbrüchen im besonders schweren Fall vor dem Landgericht Arnsberg. Beim Prozessauftakt zeigte sich der Angeklagte, der in Arnsberg wohnt, in großen Teilen geständig.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 17. September und 6. November des vergangenen Jahres an Raubüberfällen auf zwei Rewe-Supermärkte in Arnsberg beteiligt gewesen zu sein. Dabei sollen der Angeklagte und vier Mittäter Zeugen mit einer Schreckschusswaffe, einem Teleskopschlagstock und beim zweiten Überfall zusätzlich mit einem Nothammer aus einem Bus bedroht haben. Die Täter sollen insgesamt 1 140 Euro erbeutet haben, von denen der Angeklagte einen Anteil in Höhe von rund 300 Euro erhalten haben soll.

Tür mit Gullydeckel eingeschlagen

Dem 23-Jährigen wird zudem zu Last gelegt, an vier weiteren Einbrüchen beteiligt gewesen zu sein. Als Mitglied der Bande soll er in eine Filiale der Drogerie Müller in Neheim eingebrochen sein. Mit einem Gullydeckel hätten die Einbrecher die Eingangstür eingeworfen und vier Spielekonsolen sowie sieben Spiele im Gesamtwert von rund 1 900 Euro gestohlen und später verkauft, sagt die Staatsanwaltschaft.

Die Bande soll zudem in eine Hautarztpraxis in Neheim eingestiegen, dabei jedoch von Zeugen überrascht worden sein. In der Anklageschrift finden sich außerdem Einbrüche in eine Tankstelle und ein Wohnhaus. Beide Tatorte liegen in Herdringen.

Beim ersten Verhandlungstermin sagten zwei Zeugen aus, die anderweitig verfolgt werden und an den Einbrüchen beteiligt gewesen sein sollen. Zudem hörte die 2. Große Strafkammer am Landgericht zwei mutmaßlich in den Supermärkten Geschädigte als Zeugen an.

Einbruch in Herdringer Wohnhaus

Am heutigen Donnerstag wird der Prozess um 9 Uhr fortgesetzt. Dabei möchte die Kammer unter anderem ergründen, welche Absprachen den Einbrüchen zugrunde lagen.

Zudem ist eine Zeugin geladen, die im Zusammenhang mit dem Einbruch in das Herdringer Wohnhaus steht. Dabei sollen Kameras, hochwertiges Foto- und Kamerazubehör sowie Schmuck und Uhren, darunter eine Rolex-Damenarmbanduhr, entwendet worden sein. Die Uhren sollen dem Angeklagten zum gewinnbringenden Verkauf überlassen worden sein. Ein Teil der Beute wurde während einer Wohnungsdurchsuchung bei einem weiteren Täter sichergestellt.

In dem ursprünglich auf drei Tage angesetzten Prozess könnte bereits heute ein Urteil gefällt werden.