IG Metall Arnsberg wirft Umarex-Geschäftsleitung Rechtsbruch vor

Der Rechtssekretär der IG Metall Arnsberg, Thomas Kircher, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Neheimer Waffenhersteller Umarex. „Umarex hat es versäumt, einen arbeitsrechtlich notwendigen In-teressensausgleich herbeizuführen, bevor sechs Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt wurde. Dies ist ein klarer Rechtsbruch“, meint Kircher. Nach Ansicht des IGM-Rechtssekretärs entstehe für Umarex nun eine Schadenersatzpflicht gegenüber den gekündigten Mitarbeitern.

Fünf der sechs gekündigten Mitarbeiter haben Kircher als IGM-Rechtsbeistand eingeschaltet. Nach Kirchers Angaben wurden mittlerweile zwei arbeitsrechtliche Vergleiche geschlossen und zwei weitere Vergleiche stehen kurz vor dem Abschluss. In einem weiteren Fall wurde für nächsten Montag ein Termin beim Arbeitsgericht Arnsberg anberaumt, weil der betroffene Mitarbeiter keinen Vergleich sondern eine Weiterbeschäftigung anstrebt.

Mit Blick auf die Vergleiche und die dort erzielten Abfindungssummen zeigte sich Kircher zufrieden. Es sei ein Ergebnis über der sonst üblichen Summe erzielt worden. „Auf Wiederbeschäftigung legten vier Umarex-Mitarbeiter keinen Wert mehr, weil sie vom Unternehmen maßlos enttäuscht waren“, so Kircher. Denn gegenüber den Mitarbeitern, die betriebsbedingt gekündigt worden seien, hätten die Vorgesetzte (z. B. Abteilungsleiter) einen schlechten Umgangsstil gezeigt, weil sie nicht die Courage gehabt hätten, die anstehende Kündigung den Mitarbeitern in einem persönlichen Gespräch mitzuteilen. Die Kündigungen seien postalisch an die Privatadresse der Mitarbeiter gesandt worden. Nur durch Hinweise des Betriebsrats an die betroffenen Mitarbeiter seien die Kollegen vorgewarnt worden.

Kircher: „Von der Kündigung betroffen waren Mitarbeiter, die überwiegend aus Verwaltungsabteilungen stammten. Sie hatten in ihren Bereichen alle gut zu tun und waren keineswegs wegen mangelnden Waffenabsatzes unterbeschäftigt.“ Zu allen IGM-Vorwürfen erklärte die Umarex-Geschäftsleitung kurz und knapp: „Wir geben grundsätzlich keine Stellungnahme zu laufenden Verfahren und betriebsinternen Vorgängen ab.“