„Ich war noch niemals in Athen“

An dieser Stelle heute mal ein Gleichnis – das Gleichnis vom blanken Hans-Josef und dem solventen Karl. Der blanke Hans-Josef und seine Leute waren arm – und was noch viel schlimmer war, sie hatten fast überhaupt kein Geld. Eines Abends vor dem Fernseher sahen sie den aalglatten Alexis. Den hatten seine noch viel blankeren Leute gerade zum Insolvenzverwalter gewählt – und er dankte es ihnen mit einem tollen Plan. Ins ferne Brüssel wollte er fahren, um beim solventen Jean-Claude und dessen Kumpels mal so richtig auf den Tisch zu hauen. „Schuldenschnitt“ lautete die ­Parole; schließlich habe er jede Menge Blindenrenten auszuzahlen, und nur mit Oliven sei das nicht zu ­leisten, so der ölige Alexis.

Und siehe da, sein Plan schien aufzugehen...


Was der kann, können wir schon lange, schoss es da dem blanken Hans-Josef durch den Kopf – spontan beschloss er, dem solventen Karl im gar nicht so fernen Meschede einen Besuch abzustatten. Reinen (griechischen?) Wein wollte er dem solventen Karl einschenken; schließlich habe er, Hans-Josef, jede Menge freiwillige Leistungen zu finanzieren – und nur mit bürgerlichem Engagement sei das nicht zu leisten... Doch schnell musste der blanke Hans-Josef erkennen, dass Meschede nicht Brüssel ist. „Ich war noch niemals in Athen“ stimmte der solvente Karl ein fröhliches Liedchen an – und schickte den blanken Hans-Josef direkt wieder heim...


Natürlich ist jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen rein zufällig und frei erfunden – denn es handelt sich ja um ein Gleichnis. Und sollte sich der ein oder andere jetzt fragen, was das alles mit Arnsberg und dem Hochsauerlandkreis zu tun hat, sei ihm gesagt – (hoffentlich) nichts.

Und das ist auch gut so!