„Ich sehe uns da als Stadtwerke in der Pflicht“

Damit die Sicherheit erhöht wird, werden die Stadtwerke am Fuß- und Radweg in der Arnsberger Uferstraße vier Straßenlaternen installlieren.
Damit die Sicherheit erhöht wird, werden die Stadtwerke am Fuß- und Radweg in der Arnsberger Uferstraße vier Straßenlaternen installlieren.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke reagieren und werden am Fuß- und Radweg an der Uferstraße eine zusätzliche Beleuchtung installieren.

Arnsberg..  Den „Angstraum“ Uferstraße wird es bald nicht mehr geben: Die zuständigen Stadtwerke Arnsberg haben auf Sorgen von Anwohnern und Passanten - besonders von Frauen - reagiert und werden in der kleinen, aber stark frequentierten Fuß- und Radweg-Allee am Ruhrufer eine ausreichende Beleuchtung installieren. Die Umsetzung ist jedoch von der Witterung abhängig. In der jüngeren Vergangenheit war es in diesem Bereich - wie berichtet - in der Dunkelheit häufig zu kriminellen Übergriffen gekommen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung hatte Wolfgang Schomberg als zuständiger Leiter für Straßen- und Brückenbau der Stadtwerke sofort reagiert und von Mitarbeitern die Situation vor Ort in der Uferstraße prüfen lassen. Und zwar in der Dunkelheit. Ergebnis: „Die Sorgen sind berechtigt, denn dort ist es tatsächlich absolut finster.“ Deshalb, so Schomberg, werde man nun die Situation entschärfen, „damit hier niemand mehr Angst haben muss“.

Weg muss sicher sein

Zwecks Lösung habe man zunächst intern überlegt, die auf der Häuserseite der Uferstraße vorhandenen Lampen umzusetzen. Doch diese Variante habe man schnell wieder fallen lassen, weil es „dann wohl auf der Straße selbst zu dunkel geworden wäre“. Was, sagte Wolfgang Schomberg, niemandem so richtig geholfen hätte. Möglicherweise wäre das Problem so sogar nur räumlich verlagert worden.

Deshalb platzieren die Mitarbeiter der Stadtwerke nun vier Leuchten direkt an der kleinen, von dicht belaubten und großen, das Licht abschirmenden Bäumen bewachsenen Allee am Ruhrufer zwischen Tüten- und Marienbrücke. „Wir gehen davon aus, dass dann diese Zone ausreichend ausgeleuchtet ist.“ Denn: „Dieser straßenbegleitende Fuß- und Radweg wird sehr stark genutzt und muss daher auch in Sachen Beleuchtung sicher sein. Ich sehe uns da als Stadtwerke in der Pflicht, zu handeln.“

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Was nun geschieht. Doch wann konkret die vier Laternen gesetzt werden, das kann Wolfgang Schomberg noch nicht terminieren. Dazu seien zunächst noch einige andere Fragen zu klären, auch die Witterung werde eine Rolle spielen. Er gehe aber davon aus, dass alles relativ zügig über die Bühne gehe.

Anwohnerin bringt Stein ins Rollen

Ins Rollen gebracht hatte den Stein Anwohnerin Dorothea Baumeister-Lympius - in ihrer Funktion als CDU-Vertreterin im Bezirksausschuss Arnsberg. Dort hatte sie das Problem in der jüngsten Sitzung thematisiert, auf verschiedene Vorfälle in der Dunkelheit hingewiesen und deshalb eine ausreichende Ausleuchtung gefordert, „damit hier nicht noch mehr passiert“. Ängste, die auch die Polizei nachvollziehen kann. Wie seinerzeit deren Sprecher Ludger Rath auf Anfrage unserer Zeitung erklärt hatte. Weil ein dunkler Raum sich für kriminelle Aktivitäten immer anbiete. Was Rath zugleich mit entsprechenden Daten speziell für die Uferstraße belegen konnte.

Polizei: Gemeinsam finden

Ein sogenannter Angstraum - ob Straßenstück oder Parkhaus - ist aus polizeilicher Sicht ein öffentlich eng begrenzter Raum, in dem aufgrund schlechter Einsehbarkeit häufig Straftaten begangen werden oder die große Möglichkeit besteht, dass Menschen dort zu Opfern von Straftaten werden können. „Wo also die Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls absolut nachvollziehbar ist,“ sagt HSK-Polizeisprecher Ludger Rath. Die Polizei könne dort durch ihre Präsenz die Situation zum Guten hin beeinflussen, aber sie könne natürlich nicht zu jederzeit überall vor Ort sein.

Und natürlich könne die Polizei - wie an der Uferstraße - keine Laternen aufstellen, „aber Hand in Hand im engen Zusammenspiel mit den Kommunen lassen sich viele Angsträume entschärfen“.

Es gebe aber auch Angsträume, die nur im subjektiven Empfinden von Menschen existieren würden. Wie z.B. Friedhöfe, bei deren Betreten viele ein beklemmendes Gefühl entwickeln würden, doch negative Vorfälle dort tendierten gegen Null. Auch Menschenansammlungen würden oft in den Köpfen als bedrohlich empfunden, obwohl keine reale Bedrohung existiere. „Ein tatsächlicher Angstraum muss schon konkret belegbar sein.“