Historie: Das Neheimer Ohl ohne B7-Brücke

Neues heimatbundheft
Neues heimatbundheft
Foto: WP

Neheim/Hüsten..  Mit einer großen Bandbreite an Themen wartet das neue Heft Nr. 58 des Heimatbundes Neheim-Hüsten auf. Zwei der insgesamt 29 Artikel behandeln zum Beispiel die Ruhr-Renaturierung in Hüsten sowie die Geschichte des ehemaligen Amtshauses in Hüsten, das zurzeit zum Wohnhaus umfunktioniert wird.

Viele fotografische Vergleiche

Schon an diesen beiden Beiträgen wird deutlich, dass es dem Heimatbund ein besonderes Anliegen ist, die Auswirkungen historischer Veränderungen in Naturlandschaft, Stadtbild und kulturellem Leben bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Durch diese Dokumentation wird der Wandel der Geschichte für den einzelnen Bürger, der in diesem Bereich wohnt, persönlich miterlebbar. Hierzu tragen im neuen Heimatbundheft wiederum zahlreiche fotografische Vergleiche von damaligen und heutigen Neheimer oder Hüstener Stadtansichten bei, die - aus gleicher Perspektive fotografiert - die Veränderungen deutlich machen.

Imposant ist zum Beispiel ein laut Heimatbund etwa 1950/60 entstandenes Foto nach der Möhneregulierung in Neheim (siehe oberes großes Bild). Es zeigt in der Bildmitte das damalige FWB-Werk hinter dem neuen Möhnebett. Jahrzehnte später zog FWB nach Höingen um und die alten Werkshallen wurden bis auf ein Gebäude, in dem sich heute die VHS befindet, abgerissen. Das alte Foto zeigt die damals neue Möhnemündung in die Ruhr, wobei das angrenzende Areal noch nicht zugewachsen bzw. nicht bebaut war. Links neben der Möhnemündung ist auf dem Foto eine Brachfläche zu sehen, die damals jahrelang als Müllkippe genutzt worden war.

Brückenbau im Jahr 1982

Über diese Brachfläche führt heute die B7 von Voßwinkel nach Neheim und über die Ruhr im Neheimer Ohl spannt sich heute die B7-Brücke. Diese B7-Brücke im Ohl, die zurzeit saniert wird, wurde 1982 gebaut. Auch von diesen Brückenbauarbeiten findet sich ein Foto im neuen Heimatbundheft. Damals machte man sich allerdings um Staus weniger Sorgen als heute. Manche Ohl-Bewohner ärgerten sich allerdings darüber, dass sie nun unterhalb - im Schatten - einer großen Brücke leben mussten.

Im neuen Hiematbundheft finden sich auch interessante Fotos zum Wandel des Neheimer Marktplatzes nach der Stadtsanierung sowie auch personenbezogene Beiträge. Zu lesen sind Artikel über Leopold Dobbrick (1878-1934), Naturwissenschaftler und Lehrer in Hüsten sowie über Matthias Möseler (Bildschnitzer aus Hüsten). In einem anderen Artikel geht es um Heuerampeln, die in den 1950er Jahren in Neheim und Hüsten angebracht waren. In diesem Zusammenhang findet man auch noch ein Döneken aus ganz frühen Neheimer Zeiten.

Ampel hängt hoch genug

Als die allerersten Verkehrsampeln in Neheim aufgehängt wurden, habe sich ein Bauer von der Haar mit hochbeladenem Heuwagen einer Kreuzung bei Rotlicht genährt. Als ein Polizist auf die Ampel zeigte, habe der Bauer auf platt geantwortet: „Maak di kaine Suarge, ik kumme drunner hiär, se hänget häouge genaug!“

HINTERGRUND

Der Heimatbund Neheim-Hüsten bietet sein neues Heft Nr. 58 in der Reihe „An Möhne, Röhr und Ruhr“ auch im freien Verkauf zum Stückpreis von 6 Euro an. Es ist ab sofort in der Mayerschen Buchhandlungan in Neheim sowie in der Buchhandlung Engelbertz in Hüsten erhältlich.

Das Heft ist 114 Seiten stark und enthält viele Fotos. Neben Artikeln aus der Heimatforschung findet man auch die Geschäftsberichte des Heimatbundes für die Jahre 2013 und 2014