Heimatbund: Hellefelder Höhe muss frei bleiben

So würde eine Windkraftanlage auf der Hellefelder Höhe aussehen.
So würde eine Windkraftanlage auf der Hellefelder Höhe aussehen.
Foto: WP

Arnsberg..  Der Arnsberger Heimatbund macht Front gegen die von privaten Investoren geplante Windkraftanlage auf der Hellefelder Höhe. Diesem eklatanten und irreparablen Eingriff in die Landschaft müsse Einhalt geboten werden, ehe Fakten geschaffen würden. Zudem wird die wirtschaftliche Effektivität einer solchen Anlage bezweifelt. Vielmehr hält es der Heimatbund für durchaus sinnvoll, angesichts einer sich rasant fortentwickelnden Generatorentechnik die Wasserkraft als Alternative in den Fokus zu rücken.

„Von der tatsächlichen Hausnummer dieses Vorhabens macht sich leider niemand Gedanken,“ sagt Werner Bühner als 2. Vorsitzender des Heimatbundes. Dies aber auch deshalb, weil die offiziellen Informationen zu diesem Thema eher „sehr dünn“ seien. „Für mein Empfinden ist hier eine gewisse Unehrlichkeit im Spiel.“

So gebe es zwar Darstellungen auf der Homepage der Stadt Sundern, „doch bei dieser Visualisierung wird mit sehr kleinen Masten gearbeitet. Aber in Wirklichkeit sollen hier 200 Meter hohe Masten installiert werden. Das ist gewaltig - und immerhin die vierfache Höhe des Glockenturms.“

Damit, so Bühner, seien diese „Spargel“ aus nahezu jeder Ecke Arnsbergs zu sehen. Vor diesem Hintergrund könne man dann auch den ins Auge gefassten Aussichtsturm auf dem Glockenturm vergessen. „Weil der Blick in die Landschaft so völlig zerstört wird.“

Aber dies sei noch das kleinste Problem. Schließlich sei es mit dem Bau der riesigen Masten als Träger der großen Propeller nicht allein getan. Vielmehr müsse für die Umsetzung des Projektes eine enorme Waldfläche gerodet, müssten Kabel verlegt und Straßen angelegt werden, auf denen Schwerlastverkehr verkehren könne. „Das alles sind massive Eingriffe in eine intakte Natur, die man später nicht mal eben so wieder beseitigen kann.“ Und: „Welche Auswirkung hat eine solche Anlage überhaupt grundsätzlich auf die Natur?“

Letztlich entscheidet der Kreistag

In Frage stellt man im Arnsberger Heimatbund auch die wirtschaftliche Rentabilität einer solchen Anlage. Und wirft zugleich den umweltschonenderen Ball „Wasserkraft“ ins Spiel. Denn in dieser Richtung, so Werner Bühner, sehe man das Potenzial noch lange nicht ausgereizt. „Schon weil allein die Generatorentechnik erstaunliche Fortschritte macht und damit neue Perspektiven eröffnet.“

Der Heimatbund will nun Fakten sammeln und auch alle Informationen zusammentragen, um dann „sachlich und ideologiefrei“ mit den verantwortlichen Politikern über dieses Problematik zu diskutieren. „Denn jeder muss sich darüber im klaren sein, dass eine falsche Entscheidung exemplarisch für die weitere Zukunft sein kann und wohl auch sein wird.“

Die Untere Landschaftsbehörde beim HSK vertritt nach Informationen unserer Zeitung den Standpunkt, die Hellefelder Höhe als einen markanten, die Landschaft prägenden Höhenzug grundsätzlich von derartigen Anlagen frei zu halten. Und wenn Hochsauerlandkreis und Stadt Sundern - die diesen Standort vorgeschlagen hatte - in Sachen „Windkraft auf der Hellefelder Höhe“ keine Einigung erzielen, wird der Kreistag am 19. Juni eine Entscheidung treffen. Dabei gibt es zwei Optionen:

Die besagte Fläche wird aus dem Landschaftsschutz entlassen und so als „Windkraftkonzentrationszone“ nutzbar, oder das Vorhaben wird abgelehnt. Eine Entscheidung pro Windkraftanlage würde wohl Präzedenzfallwirkung haben - damit wären Nachfolgeprojekte auf anderen Höhenzügen kaum noch abzulehnen, befürchten Kritiker.

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