Haupteinkaufsstraßen leeren sich

Der wachsende Online-Handel stellt auch die Geschäfte in der Neheimer Fußgängerzone vor Probleme.
Der wachsende Online-Handel stellt auch die Geschäfte in der Neheimer Fußgängerzone vor Probleme.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg/Sundern..  Mausklick am PC statt Fußmarsch ins Geschäft? „Durch stark wachsenden Online-Handel geraten die Innenstädte in der Region spürbar unter Druck“, so die heimische Industrie- und Handelskammer. Die Fußgängerzonen in Neheim und Sundern ­bildeten dabei keine Ausnahme.

Die „Passantenfrequenzen“ dort haben in den vergangenen vier Jahren deutlich abgenommen, sagt die IHK Arnsberg – und verweist auf ihre aktuelle Passantenzählung:

In Zusammenarbeit mit den Städten im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest wurden im vergangenen September – zum zweiten Mal nach 2010 – diese „Passanten­frequenzen“ ermittelt. Sie sind ein wichtiger Indikator für die Attraktivität von Innenstädten. Die Ergebnisse der Passantenzählung bestätigen laut IHK den bundesweiten Trend, dass der Einzelhandel gerade in den Mittelzentren zunehmend unter Druck gerät.

Doch warum wird immer weniger „mit den Füßen eingekauft“?

„Hauptursache dürfte der gerade in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Online-Handel sein“, erläutert Stephan Britten. Besonders an Standorten mit hoher Kompetenz im Textilbereich machten sich die zunehmenden Onlinehandel-Anteile bemerkbar. „Das wird auch von den Einzelhändlern in dieser Form wahrgenommen“, so der heimische IHK-Handelsreferent weiter.

„Wer von der Couch aus einkauft, fehlt in der Innenstadt als Passant“, erklärt Britten. Er löse außerdem auch keine Koppelungseffekte, zum Beispiel durch Spontankäufe in anderen Geschäften oder einen anschließenden Cafébesuch, aus.

Attraktivitätsverlust nebensächlich

Im Ergebnis schlage sich dies auch in den Kundenzahlen der Fußgängerzonen in der Region nieder.

In der Mehrzahl der Geschäftslagen seien mehr oder weniger starke Rückgänge zu verzeichnen. Und das hänge nur im Einzelfall mit einem Attraktivitätsverlust bei örtlichen Angeboten zusammen.

In Neheim wurde an drei Standorten gezählt, in Sundern an einem – jeweils an drei Samstagen im Zeitraum vom 6. bis 27. September 2014 (Stundenfrequenz zwischen 11 und 12 Uhr); Ergebnisse unten.