Hallenpächter sagt AfD-Veranstaltung in Arnsberg ab

Der Pächter der Festhalle Promenade hat die AfD-Veranstaltung am Aschermittwoch abgesagt.
Der Pächter der Festhalle Promenade hat die AfD-Veranstaltung am Aschermittwoch abgesagt.
Foto: Ted Jones/WP
Was wir bereits wissen
Der von der AfD geplante sogenannte „Populistische Aschermittwoch“ am 10. Februar in der Arnsberger Festhalle Promenade ist storniert.

Arnsberg.. Dies erklärte Hallenpächter Wolfram Bock am Donnerstagnachmittag gegenüber unserer Zeitung. Bock reagiert damit auf die massive Kritik in der Öffentlichkeit an der Ausrichtung dieser Veranstaltung. „Das ist für mich so letztlich der bessere Weg.“

Für die Absage der Veranstaltung, so Bock, hätten neben weiteren aber auch wirtschaftliche Gründe gesprochen, denn einige fest gebuchte Veranstaltungen in der Festhalle seien bereits nach Bekanntwerden des AfD-Pläne storniert worden. „Deshalb habe ich die AfD darüber informiert, dass deren Veranstaltung nicht stattfinden wird.“

Freude bei den Grünen

Eine Entscheidung, die besonders bei den Arnsberger Grünen spontane Freude auslöste. Denn die Gründe für die Absage, erklärte deren Ratsvertreter Thomas Wälter auf Anfrage unserer Zeitung, würden einen deutliche Sprache sprechen und die Haltung der Arnsberger gegenüber der AfD klar zum Ausdruck bringen. „Die Bevölkerung hat eben eine andere Meinung. Und so hatten die Arnsberger keinen Bock auf Bock.“ Nun müsse man sehen, wohin die AfD jetzt mit ihrer Veranstaltung ziehen werde. Da dürfe man gespannt sein.

Auch Grünen-Sprecherin Verena Verspohl begrüßt die Absage. „Der politischen Debatte mit der Partei verschließen wir uns aber nicht. Nur muss der Rahmen auch sachlich sein. Wenn die AfD sich selbst als populistisch statt politisch tituliert, ist dies nicht gegeben.“ Die Entscheidung gegen eine rechtspopulistische Veranstaltung der AfD sei auch „eine für all die Arnsberger, die sich Tag ein Tag aus im Ehrenamt und Alltag für unser buntes Arnsberg einsetzen“, so Verspohl.

AfD kritisiert Grüne

Schon im November war eine Veranstaltung der AfD im Neheimer „Schwiedinghausen 1220“ abgesagt worden, weil der Pächter kurzfristig einen Wasserschaden gemeldet hatte. Die AfD hatte damals schon kritisiert, dass Druck auf die Neheimer Schützen und den Pächter ausgeübt worden sei. Gleiches kritisierte nun schon vor der Stornierung das Arnsberger AfD-Ratsmitglied Jürgen Antoni im Arnsberger Fall. Er moniert in einer Pressemitteilung das „Demokratieverständnis“ der Grünen .Von der AfD war am Donnerstag unmittelbar nach Bekanntwerden der Absage keine Stellungnahme zu erhalten, deren führende Mitglieder waren nicht erreichbar.

Die Arnsberger Grünen hatten ihrerseits bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des „Populistischen Aschermittwochs“ in der Festhalle zu einer Anti-AfD-Demo am 10. Februar - dem Tag der Veranstaltung - aufgerufen. Unter dem Motto „No AfD in Arnsberg“ sollte gegen „rassistische Hetze“ demonstriert werden. Und im Netz hatten bereits zahlreiche Menschen ihr Kommen bzw. die Teilnahme an der Demonstration angekündigt, um deutlich Position zu beziehen.

Herbe Kritik im Netz

Im Netz musste sich allerdings auch die Bürgerschützengesellschaft als Besitzerin der Festhalle Promenade teils herbe Kritik gefallen lassen. Weil manche von den Schützen eine klarere Haltung und ein Einwirken auf den Pächter erwartet hatte, um den politischen Aschermittwoch der AfD zu unterbinden. Was nach unseren Informationen auch in der Gesellschaft selbst kontrovers diskutiert worden sein soll.