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Erdbeben

Haitianer atmet auf: "Die Schwester lebt!"

13.01.2010 | 18:02 Uhr
Haitianer atmet auf: "Die Schwester lebt!"

Arnsberg. Die schrecklichen Bilder vom Erdbeben auf Haiti haben auch den 69-jährigen Haitianer Jean Malbranche, der seit 1998 in der Stadt Arnsberg lebt, tief erschüttert. Er sieht seine Heimatstadt Port-au-Prince in Trümmern und bangt um das Schicksal seiner Freunde und Verwandten.

Noch in der Nacht zum Mittwoch hatte er vergeblich versucht seine 64-jährige Schwester und deren Familie auf Haiti zu erreichen. Gestern Nachmittag kam dann der erlösender Anruf von Jeans Bruder, der jetzt in den USA lebt und seine Schwester telefonisch erreichen konnte: „Schwester und Familie sind wohlauf!”

Ob deren Wohnhaus beschädigt wurde, blieb bei dem kurzen, akustisch schwer verständlichen Telefonat noch unklar. Zwei Nichten von Jean Malbranche, die in einem Nachbarort von Port-au-Prince wohnen, hatten zwar auch Glück (sie blieben unverletzt), doch ihr Haus wurde zu einem großen Teil zerstört.

Viele Verwandte und Freunde leben noch auf Haiti

Der 1940 auf Haiti geborene Jean Malbranche hat zwar schon als 17-Jähriger den armen Inselstaat verlassen, doch viele Verwandte aus seiner großen Familie (er hat insgesamt zwölf Brüder und Schwestern) leben neben zahlreichen Freunden immer noch auf Haiti. Mit ihnen steht er nach wie vor in regelmäßigen Telefon- und Mailkontakten. Beruflich hatte der gelernte Bauingenieur auch von Deutschland aus intensiv mit Haiti zu tun. Von 1980 bis 1999 unterrichtete er angehende deutsche Entwicklungshelfer für Haiti in der kreolischen Landessprache sowie in Länderkunde. Sein letzter persönlicher Besuch auf der Insel liegt allerdings schon 19 Jahre zurück.

„Es fällt mir sehr schwer, dieses alltägliche Elend dort zu sehen”, erzählt er der WP. Die politischen Zustände müssten sich dringend ändern wie aber auch die Einstellung der Verbraucher in den wohlhabenden Ländern, die mit ihrem Konsumverhalten die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich in den Entwicklungsländern noch förderten.

Überlebenshilfe nötig

Gleichwohl weiß Jean Malbranche natürlich auch, dass im jetzigen Katastrophenfall Soforthilfe (= Überlebenshilfe) nötig ist. „Hier bin ich gern bereit, zur Weiterleitung von Spenden meine Verbindungen nach Haiti einzubringen, damit Spenden 100-prozentig sicher bei den wirklich Hilfsbedürftigen ankommen”, sagt Jean Malbranche, der unter  02937/827095 erreichbar ist

 Der 69-Jährige lebt mit seiner Familie seit 1998 in der Stadt Arnsberg. Er hat die 25 Jahre jüngere Krankenschwester Annette Opitz (heute Malbranche) geheiratet und hat mit ihr vier Kinder. Im Sauerland ist die Familie voll integriert und im heimischen kulturellen Leben gut eingebunden. Ihre Stimme erheben die Eheleute im Oeventroper Gospelchor.

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