Große Spendenbereitschaft für Haiti
23.03.2010 | 18:00 Uhr 2010-03-23T18:00:00+0100Oeventrop. Kleidung, Töpfe, Rollstühle und Teddys für Haiti. Familie Malbranche sammelte Notwendiges für das alltägliche Überleben auf der Anfang des Jahres durch die Erdbebenkatastrophe zerstörte Insel. Auch Kinder der Grundschule zeigten Hilfsbereitschaft und spendeten mehr als 400 Euro.
„Die Leute auf Haiti schlafen immer noch auf der Straße, weil sie Angst vor weiteren Nachbeben haben. Im Moment regnet es dort und es fehlt an allem,” berichtet Jean Malbranche, der selbst von Haiti stammt. In den vergangenen Wochen hat Familie Malbranche Küchenutensilien, Kleidung, Schuhe und Spielsachen gesammelt. Auch Krankenhausbekleidung, Gehhilfen und Rollstühle sind darunter, die ein Krankenhaus in Olsberg gespendet hat.
Als Zwischenlager hatte die Hauptschule Oeventrop einen Raum zur Verfügung gestellt. Beim Verladen packten so auch Schüler der Klasse 10 mit an. „Eigentlich ist der schnellere Weg zu helfen, Spendengelder nach Haiti zu schicken,” sagt Annette Malbranche. „Aber im Moment gibt es dort einfach nichts zu kaufen, weil alles zerstört ist.”
Kinderwagen als Notbett
Besonders die Kinder Haitis benötigen Hilfe. „Viele sind durch die Erlebnisse traumatisiert.” Kisten voller Teddys und Kuscheltiere, Spiele, Malbücher und Stifte reisen Anfang April per Schiff nach Port-Au-Prince auf Haiti. „Sie sind wichtig, damit die Kinder beschäftigt werden.”
Auch Kinderwagen werden in den Transportwagen, den die Warsteiner Brauerei zur Verfügung gestellt hat, verladen. „Eigentlich benutzt man auf Haiti keinen Kinderwagen, weil die Kleinen getragen werden”, erzählt Jean Malbranche. Jetzt sollen sie aber im Schutt und Dreck als Ersatzkinderbettchen dienen.
Auch Schulkinder helfen
Erste Station der Hilfssammlung ist Mönchengladbach. Dort werden mehrere Container zur Weiterverschiffung beladen. Marc Auguste von der Hilfsorganisation Haiti-Med, der durch glückliche Umstände das Erdbeben überlebt hat, wird sich vor Ort um die Verteilung kümmern.
Über Haiti-Med werden auch die Geldspenden der 3a der Grundschule Dinschede die Hilfsbedürftigen erreichen. „Die Idee, zu helfen, kam ganz allein von den Kindern”, erzählt Klassenlehrerin Nina Wortmann. Da Catherine Malbranche (8) in ihre Klasse geht, war das Erdbeben wichtiges Gesprächsthema.
Aktionen gestartet
Doch die Kinder wollten nicht nur darüber sprechen, sondern selber helfen. In Eigeninitiative haben sie Teelichter und Ostergrußkarten gebastelt, Spendendosen aufgestellt und Flohmärkte organisiert, auf denen sie Bilderbücher, Spielsachen und vieles mehr verkauft haben.
„Beim Flohmarkt nach dem Kindergottesdienst hatten wir schon 200 Euro eingenommen,” erzählt Nele. Insgesamt sind durch die Aktionen der Kinder 425 Euro und 11 Cent zusammengekommen. „Wir haben das gemacht, weil wir Haiti etwas Gutes tun wollten,” sagt Dana.
Trommeln als Belohnung
Die Schüler wissen, was die Menschen dort benötigen: Nahrungsmittel, Medizin, Krankenhäuser und neue Schulen. „Und vielleicht wird dort auch mal wieder ein Spielplatz gebaut”, meint Yannic. „Damit die Kinder wieder Spaß haben.”
„Es war auch einmal wichtig, dass nicht nur Mathe und Deutsch im Vordergrund standen”, so Klassenlehrerin Nina Wortmann, die die Kinder unterstützt hat. Denn diese hätten bei der Aktion viel gelernt: „Das tut einem gut, dass man anderen Menschen helfen kann. Man freut sich, wenn die Menschen auf Haiti wieder glücklich sind.”
Als Dankeschön für diese herzliche Hilfe versprach Musiker Jean Malbranche den Kindern eine gemeinsame Trommelstunde.
Spendeninfo: www.haiti-med.org.

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