Größtes Osterfeuer im Sauerland auf dem Arnsberger Kreuzberg

Osterfeuer-Helfer auf dem Arnsberger Kreuzberg. Hier wird am Ostermontag gefeiert.
Osterfeuer-Helfer auf dem Arnsberger Kreuzberg. Hier wird am Ostermontag gefeiert.
Foto: Haselhorst
Was wir bereits wissen
Am Ostersonntag wird bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Kreuzberg in Arnsberg wieder das größte Osterfeuer im Sauerland entzündet.

Arnsberg.. Am Ostersonntag wird bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Kreuzberg in Arnsberg wieder das größte Osterfeuer im Sauerland entzündet. Und wird wie stets unzählige Besucher nach Arnsberg locken. Dazu ein Gespräch mit Werner Bühner und Peter Hansknecht vom veranstaltenden Heimatbund sowie Stadtarchivar Michael Gosmann.

Frage: Warum soll ich überhaupt das Osterfeuer besuchen?

Werner Bühner: In einer Karikatur steht ein sehr kräftiger Mann auf einem Haufen alter Autoreifen, in der Hand einen Benzin-Kanister. Der Titel: „Es wird Zeit für das Osterfeuer!“ Aber genau darum geht es nicht. Die Kinder und Jugendlichen tragen mit Fackeln das Osterlicht aus unseren Kirchen zusammen mit über tausend Arnsbergern und Gästen in einem Zug zum Kreuzberg, auf dem das 13 Meter hohe Feuer von Persönlichkeiten entzündet wird, die sich um das gemeinschaftliche Leben in unserer Stadt verdient gemacht haben. Der Ablauf einschließlich des großen Feuerwerkes enthält Symbole aus alter und aus jüngerer Zeit, die für jeden das hoffnungsvolle und fröhliche Leben in der Gemeinschaft beleuchten, ganz unabhängig von der Weltanschauung des Einzelnen.

Um das Osterfeuer ranken sich viele Legenden, den Kurfürsten war es sogar zunächst ein Dorn im Auge. Was gab es da bislang Kurioses?

Michael Gosmann: Klemens Pröpper zitiert dazu aus dem Edikt von Maximilian Franz, Erzbischof und Kurfürst von Köln in einem WP-Zeitungsartikel vom 22./23. April.1973: „Wir haben zuverlässig vernommen, dass durch die in unseren Kurlanden jährlich angelegten Osterfeuer nicht nur die Waldungen merklich leiden, sondern auch bei dieser Gelegenheit durch den Zusammenlauf des jungen Volks beim dunklen Abend mancher Unfug vorgeht. Wie gern wir nun unseren getreuen Untertanen alle unschädlichen Ergötzlichkeiten gönnen, so sehr ... erfordern es unsere landesherrlichen Pflichten, alles ... abzustellen, was mit ... den guten Sitten sich nicht verträgt. Wir befehlen daher allen und jeden Einwohnern in den Städten sowohl als aufm Lande, besonders aber dem jungen Volk, kein Osterfeuer mehr anzulegen ...“

Welches sind denn Ihre schönsten Erinnerungen als eingefleischter Arnsberger?

[kein Linktext vorhanden] Bühner: Unvergessliche Erlebnisse kommen eigentlich jedes Jahr hinzu. Als der unvergessene Arnsberger Humorist Ede Hahne 2003 das Feuer angezündet hatte, musste er wegen der großen Wärmeentwicklung schnell einige Meter zurückgehen. Der Reporterin von Radio Sauerland sagte er:„Das war auf einmal so heiß! Ich dachte schon, ich wäre in der Hölle gewesen!“

Einmal zum Osterfeuer, immer zum Osterfeuer: Wie begründet sich die ungebrochene Faszination des Brauchtums?

Bühner: Wir meinen, es liegt daran, dass am Ostersonntagabend alle wirklich dabei sind. Das gilt im Besonderen für unsere Besucher auf dem Kreuzberg, die den Fackelzug, das größte Osterfeuer des ­Sauerlandes und nicht zuletzt das spezielle Feuerwerk erleben können, dessen Lichter wie ein Regenbogen über dem Berg erstrahlen. Aus größerer Entfernung faszinieren, je nach Wetterlage, so manche Wolken, die für zusätzliche Farbenspiele sorgen.

Für viele Arnsberger ist das Osterfeuer die schönste Veranstaltung im Jahresreigen. Ist das tatsächlich so?

Bühner: Viele Veranstaltungen in unserer Stadt sorgen für die ganz besondere Atmosphäre, um die uns viele beneiden. Der Heimatbund freut sich, mit dem Osterfeuer dazu beitragen zu dürfen. Ebenso wie die anderen Arnsberger Vereine sind wir dankbar für die Hilfe vieler Freunde. Erfolgreich zu sein, macht alle ein wenig stolz, und dann ist das jeweilige Fest immer das schönste

Osterfeueraufbau Der Heimatbund ist Veranstalter. Finden sich stets genug Sammler und Aufbauhelfer?

Hansknecht: Ja, das ist so und darüber freuen wir uns sehr. In diesem Jahr sind sogar zehn Haussammler unterwegs. Unsere Aufbauhelfer sind schon seit Jahren dabei – ein eingespieltes Team. Nachwuchssorgen gibt es da nicht, seit einiger Zeit unterstützen uns weitere fünf junge Helfer.

Kann es angesichts der Beliebtheit der Tradition überhaupt schlechtes Wetter für das Osterfeuer geben?

Bühner: Eigentlich nicht. Es könnte aber dann und wann zu gut sein, wie 2011, als das Osterfeuer wegen hoher Waldbrandgefahr abgesagt werden musste. Alte Arnsberger glauben aber fest daran, dass unsere verstorbenen Heimatbund-Freunde im Himmel wie Paul Hansknecht, Ferdi Reuther, Henner Schauerte und viele andere, wenn es nötig wird, die gefährlichen Wolken rechtzeitig beiseiteschieben…

Und, was wünschen sich die Verantwortlichen für das Feuer 2016?

Bühner: Die Meteorologen sollen mit ihren guten Prognosen recht behalten, denn dann sind sicherlich wieder viele Aktive und auch Zuschauer auf den Höhen rund um unsere Stadt dabei. So kann, wie ein früherer Arnsberger Bürgermeister in sauerländischer Amtssprache sagte: „… der chute Brauch auch chefleecht werden!“ Arnsberger Tradition ist allerdings auch das Bierchen in unseren Gasthäusern nach dem letzten Böller.