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Gewalt ist niemals eine Lösung

22.01.2016 | 10:00 Uhr
Gewalt ist niemals eine Lösung
Für jedes Problem lässt sich eine Lösung finden. Das Projekt „Gewaltfrei Lernen“ - Vorreiter im Stadtgebiet ist die Arnsberger Johannesschule - vermittelt spielerisch das entsprechende Rüstzeug. Rechts Konflikttrainer Robert Bläse.Foto: Ted Jones

Arnsberg. Körperliche Übergriffe, Beleidigungen, Ausgrenzungen, Schikanen - bereits in Grundschulen keine Seltenheit. Was die Lern­atmosphäre beeinträchtigen und konzentriertes Lernen unmöglich machen kann. Damit dies nicht passiert, hat der Pulheimer Verein „Gewaltfrei Lernen“ bundesweit mit finanzieller Unterstützung der Sparda-Bank West ein dreiwöchiges Anti-Konflikt-Training konzipiert, das jetzt auch im Stadtgebiet Premiere feierte - an der Johannesgrundschule in Arnsberg.

Nutzen über die Schule hinaus

Am Donnerstag ging das in den normalen Schulalltag leicht zu integrierende Projekt an der Johannesschule zu Ende. Und das Fazit von Schulleiterin Marion Beine fällt begeistert aus: „Einfach nur genial. Deshalb wollen wir uns darum bemühen, dass es eine regelmäßige Fortsetzung geben wird, um so die Nachhaltigkeit deutlich zu erhöhen.“

Das Anti-Konflikt-Training vermittelt den Schülerinnen und Schülern unter Anleitung von Robert Bläse, Dipl.-Sportwissenschaftler und Konflikttrainer, auf spielerisch-entspannte Weise das Rüstzeug, um drohende verbale und körperliche Gewalt rechtzeitig zu entschärfen. Oberstes Credo: Präventiv handeln, und nicht erst, wenn es schon weh getan hat und Grenzen überschritten wurden.

Ziel ist Nachhaltigkeit
Johannesschule setzt auf Nachhaltigkeit

Pro Klasse wurden drei Doppelstunden für das Konflikttraining angesetzt, die 23 Lehrer an zwei Nachmittagen fortgebildet.

Den Schülern werden im Rahmen des Projekts nicht nur Handlungsmuster für gewaltfreie Konfliktlösungen vermittelt, sondern sie müssen sich auch in Kinder hineinversetzen, die von anderen zurückgewiesen werden. Was sensibilisiert.

Das nun von den Lehrern des Schulverbundes zu entwickelnde Handlungskonzept wird als Regelwerk in den Schulalltag inte­griert. Ziel ist Nachhaltigkeit.

Info: www.gewaltfreilernen.de

„Es geht darum,“ erläutert Beine, „dass die Kinder lernen, zum Beispiel bei Konflikten auf dem Schulhof den Streit klein zu machen“ Damit könnten heftige Dispute und körperliche Auseinandersetzungen von vornherein vermieden werden. „Von der so erworbenen sozialen Kompetenz werden dann die Kinder auch über die Schule hinaus profitieren.“

So spielt Konflikttrainer Robert Bläse in der Turnhalle der Schule mit den Mädchen und Jungen mit Engelsgeduld verschiedene Situationen durch, in denen sie erkennen lernen, dass es bei Streitigkeiten stets einen Weg gibt, diese auf vernünftiger Basis zu lösen - ohne Einsatz von Gewalt in jedweder Form. „Und das kommt nach relativ kurzer Zeit bei den Kindern an, wie wir schon jetzt im Schulalltag erleben können,“ freut sich Marion Beine über erste sich einstellende Erfolge.

Spielerisch wird den Arnsberger Johannesgrundschülern die Thematik vermittelt. Foto: Ted Jones

Überhaupt, sagt Beine, sei das von der örtlichen Niederlassung der Sparda-Bank West ermögliche Projekt punktgenau in der Johannesschule gelandet. Weil man noch dabei sei, sich in dem neuen Verbund von Johannes- und Birkenpfadschule zu finden. „Da fehlt es natürlich noch an einigen Gemeinsamkeiten. Doch durch dieses Anti-Konflikt-Training wächst wieder ein Stück mehr zusammen.“

Auch Lehrer in der Pflicht

Was darauf beruhe, dass den insgesamt 325 Schülern Gewaltfreiheit und Fairness vermittelt werde, „aber wir Lehrer jetzt parallel dazu ein entsprechendes Regelwerk erarbeiten müssen, das künftig nicht nur das Verhalten der Kinder in bestimmten Situationen festlegt, sondern auch das unsrige. Damit stehen wir Lehrer ebenfalls in der Pflicht.“

Weil Schule in heutiger Zeit ganzheitlich betrachtet wird, wurden die Eltern mit einer entsprechenden Abendveranstaltung mit ins Boot geholt und für diese Thematik sensibilisiert. „Schließlich muss alles Hand und Fuß haben. Und das Feedback aller Beteiligten ist bislang sehr positiv. Deshalb werden wir alles daran setzen, das Projekt zur Dauereinrichtung zu machen.“

Achim Gieseke

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http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/gewalt-ist-niemals-eine-loesung-id11483779.html
2016-01-22 10:00
Arnsberg