Gemeinde im Meer der Zeit

Diakon-Weihe in Hüsten. Es ist ja erfreulich zu lesen, dass in der Hüstener St.-Petri-Kirche drei junge Männer zu Diakonen geweiht werden. Und dieses gerade in einer Zeit, in der - aus welchen Gründen auch immer- immer mehr Menschen die christlichen Kirchen verlassen. Es gehört schon Mut dazu, in dieser Zeit den Beruf des Pfarrers zu ergreifen.

Sicherlich werden die jungen Leute die derzeitige Situation in unseren Kirchen nicht auf Anhieb verändern können, denn dazu sind sie allein nicht in der Lage. Ein verändertes Verhalten kann nur von beiden Seiten aus geschehen. Einerseits aus der Sicht der Kirchen und andererseits aber auch aus der Sicht der Gläubigen, auch sie müssen Beispiele geben, damit die junge Generation den Weg in die Gotteshäuser wieder finden wird. Wichtig wird es in der vor uns liegenden Zeit sein, dass ein echter Dialog zwischen beiden Polen - oder besser gesagt auch zwischen allen Religionen - gepflegt wird, um den Menschen wieder die rechte Orientierung zu vermitteln. Das wird gewiss nicht immer einfach sein. Die christlichen Kirchen stellen seit einiger Zeit leider eine massive Entkirchlichung fest. Die Zahl der beiden großen christlichen Volkskirchen nimmt leider kontinuierlich ab. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die sich keiner Religionsgemeinschaft mehr zugehörig fühlen. Das hat zur Folge, dass religiöses Wissen und die Kenntnis um die religiösen Rituale und Feste in weiten Teilen der Bevölkerung verloren gehen.


Sicherlich ist es nicht zu verkennen, dass die Religionsgemeinschaften ihren Glauben und die Glaubensinhalte in Verbindung mit der Seelsorge in der heutigen Zeit vielfach unter schwierigeren Umständen zu vermitteln haben, als das in früheren Zeiten der Fall war. Es wird künftig mehr denn je erforderlich sein, den Dialog auf der Basis des gegenseitigen Zuhörens in der Glaubensverkündigung und des voneinander Lernens zu praktizieren.

Wie heißt es so schön in dem von Martin G. Schneider getexteten Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit?“ Das Schiff, es fährt, vom Sturm bedroht, durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr. Und immer wieder fragt man sich, wird denn das Schiff bestehen? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehen?

Im Schiff muss eine Mannschaft stehen, die zusammenhält, sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein. Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht. Wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht. Und was die Mannschaft auf dem Schiff dann fest zusammenschweißt in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist, so heißt es dann in einer der weiteren Strophen dieses Liedes.

Und in diesem Sinne wünschen sicherlich alle Mitglieder der St.Petri-Kirchengemeinde den neuen Diakonen für Ihre künftige Arbeit viel Erfolg!