Geld in Zeiten bitterster Not

Neheim..  Eine Briefmarkenausstellung der anderen Art: Der Verein für Briefmarkenkunde Neheim-Hüsten zeigt bis zum 18. April in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Arnsberg/Sundern verschiedenste Notgeld-Exponate – alle herausgegeben nach dem Ersten und auch Zweiten Weltkrieg in Neheim und Hüsten. „Und mit Briefmarken hat das auch etwas zu tun“, verrät Geschäftsführer Ulrich Düllberg.

Münze aus Pappe

In seiner Hand hält er eine Münze. Ziemlich abgegriffen und vergilbt ist sie. Nicht aus Metall, sondern Pappe. Auf der Rückseite eine Werbung der alten Hüstener Firma Kornkaffee Surmann, vorne eine Briefmarke der Reichspost im Wert von 10 Pfennig. In Zeiten des Münzmangels im Vorfeld der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie als Zahlungsmittel herausgegeben. Kapselgeld nannte man das.

Auch Briefmarken zu sehen

Gefunden hat Ulrich Düllberg das gute Stück bei einem Online-Auktionator. Ein anderes Exemplar – aufgebaut nach dem selben System – trägt „Westhoffs Magenbitter“ als Werbung.

In der neuen Ausstellung der Briefmarkenfreunde, denen es nicht allein um das Sammeln, sondern immer auch um die historische Einordnung der Stücke geht, sind diverse von der Stadt Neheim herausgegebene Notgeld-Gutscheine zu finden. „Passt doch gut zum Ausstellungsort in der Sparkasse“.

Zu sehen gibt es dort auch klassische Briefmarkensammlungen. So zeigt ein Mitglied des 35-köpfigen Vereins alles, was es zum Thema Pferde gesammelt hat. „Für seine Enkeltochter. Die ist vernarrt in Pferde“, erzählt Vorsitzender Gerd Voigt. „Pferde im Dienst des Menschen“ heißt die Sammlung. Vom Springpferd bis zum Ackergaul ist auf den Motiven alles zu finden. Auf acht Stellwänden stellt der Verein 96 Präsentationsblätter aus.

Drittes Thema ist der Werdegang von Neheim und Hüsten – dokumentiert über Briefmarken-Motive mit Bezug zur Stadt. Auch hier werden die Briefmarkenkundler auf ihre Art zu Heimatforschern.

Noch nicht vollständig

Für Ulrich Düllberg ist seine Recherche zum Thema Notgeld und Kapselgeld noch nicht abgeschlossen. „Die Sammlung ist noch nicht vollständig“, sagt er, „wer noch Scheine oder Münzen hat, kann sich gerne bei mir melden“. Er will dieses Thema mehr in das Licht der Öffentlichkeit stellen. Die Ausstellung ist da ein guter Anfang.

Info

Die Ausstellung ist in der Schalterhalle der Sparkasse Arnsberg/Sundern, Hauptstr. 10-12 in Neheim, zu sehen.

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Samstag, 18. April, zugänglich.

Geöffnet ist die Hauptstelle jeweils montags bis freitags von 9 - 18 Uhr und samstags von 9 - 13 Uhr.

Vorsitzender des Vereins für Briefmarkenkunde Neheim-Hüsten ist Gerd Voigt.