Geistliche pendeln zwischen Neheim und Sundern

Neheim..  Zwei für die Evangelische Kirchengemeinde Neheim ungünstige Entwicklungen führten dazu, dass die Anzahl der Pfarrerstellen seit 1. April 2015 von derzeit 2,0 auf 1,5 abgebaut wurde. Zum einen ging die Anzahl der Gemeindemitglieder in den vergangenen zehn Jahren von 4945 (im Jahr 2004) auf 4464 (im Jahr 2014) zurück. Zum anderen gab es den Ende 2014 getroffenen Kreissynodenbeschluss, wonach vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2019 zur Besetzung einer 1,0-Pfarrerstelle nicht mehr 2400, sondern 2750 Gemeindemitglieder notwendig sind.

In der Ev. Kirchengemeinde Neheim hatten diese Umstände die Konsequenz, dass Pfarrer Dr. Udo Arnoldi und Pfarrerin Elisabeth Pakull, die derzeit über jeweils eine 1,0-Stelle verfügen, nunmehr nur noch eine 0,75-Stelle haben, was aber für den auskömmlichen Lebensunterhalt der einzelnen Pfarrer-Familien nicht ausreicht. Deshalb entschlossen sich Arnoldi und Pakull, das von der Evangelischen Kirchengemeinde Sundern gemachte Angebot einer jeweils 0,25-Stelle in der Sunderner Gemeinde anzunehmen. Denn in Sundern ist nach dem Fortgang von Jochen Prunzel eine 0,5-Stelle frei geworden.

Unterricht und Gottesdienstleitung

In Sundern wird Arnoldi zwei Konfirmandengruppen unterrichten und darüber hinaus Vertretungen bei Gottesdiensten, Beerdigungen, Trauungen etc. wahrnehmen. Pakull ist schwerpunktmäßig eher bei Gottesdiensten und anderen seelsorglichen Aufgaben im Einsatz, zum Beispiel auch im Altenheim. Umgekehrt werden Pakull und Arnoldi ihre Arbeit in Neheim einschränken, da sie hier ja nur noch jeweils eine 0,75-Stelle haben. Dies wird in Neheim Auswirkungen auf die Anzahl der Gottesdienste und Pakulls und Arnoldis Teilnahme am Besuchsdienst in der Gemeinde (Besuch von Altersjubilaren) führen. Wie genau die reduzierte Arbeitszeit von Pakull und Arnoldi in Neheim umgesetzt wird, ist Informationen einer Gemeindeversammlung zu entnehmen, die am Sonntag, 14. Juni, ab 17 Uhr in der Pauluskirche stattfindet.

Apropos Pauluskirche: Mit Blick auf die rückläufigen Gemeindemitgliederzahlen geht Arnoldi davon aus, dass die Ev. Kirchengemeinde die Pauluskicrhe auf Dauer nicht halten kann. Deshalb habe das Presbyterium schon im Jahr 2011 beschlossen, die Christuskirche als zentrale Gottesdienststätte anzusehen. Arnoldi geht auch davon aus, dass der Ev. Kirchengemeinde Neheim mittel- bis langfristig nur noch eine Pfarrerstelle zustehen wird. Die jetzige Lösung mit 1,5 Pfarrerstellen gebe bis Ende 2019 Planungssicherheit.

Die Geistlichen freuen sich, dass am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 10 uhr in der Christuskirche die 45-jährige Diplom-Verwaltungswirtin und Kirchmeisterin Stefanie Schumacher aus Neheim als Prädikantin ins Amt eingeführt wird. Sie darf dann u. a. Gottesdienste leiten und taufen.