Geburtstagsgast brutal attackiert

Arnsberg..  Vor 14 Jahren kam der 36-jährige Arnsberger aus der russischen Föderation nach Deutschland. Hier beging er im Schnitt jedes Jahr eine Straftat. So weist es das Bundeszentralregister aus. Jetzt stand er wieder wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung vor dem Amtsgericht. Das Urteil: 15 Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung.

„Ohne Alkohol ist er ein richtig netter Kerl, mit Alkohol jedoch unerträglich und gewaltbereit“, gab selbst der Verteidiger zu Kenntnis. Mitte November 2013, bei einer Geburtstagsfeier, pöbelte der Angeklagte die Gäste an und nahm einen 29-Jährigen ohne Anlass dermaßen heftig in den Schwitzkasten, dass diesem die Sinne schwanden. Außerdem drohte er, ihn umzubringen, wie es das Opfer berichtete. „Das war eine das Leben gefährdende Behandlung“, stellte der Staatsanwalt klar.

Zudem versetzte der Angeklagte dem Geschädigten Schläge gegen den Kopf und in die Nieren. Das Opfer musste ärztlich versorgt werden und war zwei Wochen arbeitsunfähig. Der 36-Jährige räumte die Vorwürfe ein, er könne sich aber nach dem Austrinken einer ganzen Flasche Wodka an nichts mehr erinnern. Wenn das die Zeugin so aussagt, werde es schon stimmen.

15-monatige Bewährungsstrafe

Der Verteidiger machte die nicht gerade hoffnungsvolle Situation seines Mandanten deutlich: „Er ist seit Jahren arbeitslos, hat 2003 seine Fahrerlaubnis verloren, 2007 eine Therapie mitgemacht und einen Rückfall erlitten, hat in Warstein von September bis Dezember 2014 eine weitere Alkoholtherapie durchgestanden und muss sie ambulant weiterführen. Seitdem hat er keinen Alkohol mehr getrunken.“ Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, wie er sich heute fühle, antwortete der 36-Jährige: „Es geht mir jetzt deutlich besser.“

Dass hier eine Haftstrafe erteilt werden musste, war allen klar. Nur konnte sie noch zur Bewährung aus ausgesprochen werden? Da der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten beantragt hatte, war eine Bewährung grundsätzlich nicht möglich. Nur dann, wenn man dem Angeklagten eine positive Sozialprognose ausstellen könnte. Unter Zurückstellung sämtlicher Bedenken rang sich der Staatsanwalt schließlich dazu durch.

Das Schöffengericht sprach dann eine Freiheitsstrafe von 15-monatige Bewährungsstrafe. Mit der Auflage, die ambulante Therapie zu Ende zu führen. „Wäre dem Geschädigten die Luft nur etwas länger abgedrückt worden, hätte der Angeklagte sich womöglich wegen fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Dieses Geschehen war allerdings schon heftig genug,“ sagte der Richter.

Die Schuld des 36-Jährigen sei wegen des starken Alkoholgenusses deutlich herabgesetzt gewesen. Das Gericht will dem Angeklagten seinen Wunsch, Berufskraftfahrer zu werden, nicht verbauen. Es legte als weitere Auflage die Ableistung von 300 Sozialstunden fest.