Ausraster
Geblitzter Autofahrer schlug auf Kontrolleur ein
02.12.2009 | 05:00 Uhr 2009-12-02T05:00:00+0100
Arnsberg. Der Job ist gefährlich: Mehrfach schon griffen Autofahrer, die von Radarwagen geblitzt wurden, Tempoüberwacher des HSK an. Vor wenigen Tagen rastete an der Arnsberger Königstraße erneut ein Autofahrer aus — und schlug zu.
Der Angriff passierte am hellichten Tag: In der Tempo-30-Zone der Königstraße in Alt-Arnsberg, gegenüber der IHK, überwachte ein Fahrzeug des Hochsauerlandkreises den Verkehr. Gegen 12.30 Uhr fuhr ein Pkw in Richtung Neumarkt — mit etwas überhöhter Geschwindigkeit, so dass das Radargerät auslöste.
Nach Informationen der WR drehte der Autofahrer eine Runde um den Neumarkt, fuhr zurück und stoppte neben dem Radarwagen. Dort soll der geblitzte Fahrer zunächst dem Kontrolleur die Faust entgegengereckt haben, bevor er aus dem Wagen stieg und zu dem Radar-Pkw ging.
Mit Faust zugeschlagen
Der Tempo-Überwacher ließ die Seitenscheibe herunter, wollte mit dem Mann sprechen. Das nutzte dieser aus, um mit der Faust gegen den Unterkiefer des Kontrolleurs zu schlagen, wobei er ihn verletzte. Der geblitzte Autofahrer versuchte weiter, auf den Mann im Wagen einzuschlagen, bedrohte ihn auch verbal, bis ein Passant, der das Geschehen beobachtet hatte, dazwischen ging.
Beleidigungen, Bedrohungen, Angriffe
Daraufhin floh der Autofahrer. Das Kennzeichen wurde abgelesen, die Polizei ermittelt, wie Polizeisprecher Udo Heppe gestern berichtete. Es müsse jetzt geklärt werden, ob es sich bei dem Angreifer um den Halter des Fahrzeugs oder einen anderen Fahrer handelt.
Bedrohungen von Tempo-Überwachern des HSK sind nicht selten. „Stinkefinger” zeigen, beim Vorbeigehen Beleidigungen zurufen — das ist belastender Alltag für die Kontrolleure. Doch auch tätliche Angriffe sind nicht ausgeschlossen. „Da hat es schon mehrfach körperlicheÜbegriffe gegeben”, bestätigte Martin Reuther, Pressesprecher des HSK. So sei vor eineinhalb Jahren ein Autofahrer mit einer Eisenstange auf einen Kontrolleur losgegangen. Und in diesem Jahr gab es schon eine weitere „heftige Bedrohung”: Da versuchte ein Autofahrer, der über den Blitzer in Rage geraten war, in das Auto einzudringen.
Besatzung leidet unter Bedrohungen
Dass die Besatzungen der Radarwagen unter dem Druck, unter den Beleidigungen und Bedrohungen, die offenbar immer öfter auch in handfesten Angriffen münden, leiden, ist klar.
Ob die Besetzung der Radarwagen mit zwei Kontrolleuren zu mehr Sicherheit führt, glaubt man beim HSK nicht. „Diese Übergriffe würden dann genauso passieren”, glaubt Martin Reuther, Sprecher der HSK-Kreisverwaltung.