Garbecker resignieren nicht vor „bösen Buben“

Garbeck..  Als Stefan Schewell am 5. Januar die WP aufschlägt und den Jahresrückblick im Balver Lokalteil liest, stockt ihm für einen Moment der Atem. „Dass Vandalen den Korpus Christi in Garbeck zerschlagen haben, hat mich betroffen gemacht und sehr geärgert. Wer macht so etwas und warum? Dafür gibt es keine Entschuldigung“, sagt Schewell. Ihn beeindruckt, dass die Garbecker nicht klein bei geben und auf der Suche nach einem neuen Wegekreuz sind. Dann fällt dem Schützen der 4. Kompanie der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve ein, dass in seiner Werkstatt noch ein Kreuz lagert.

„Ich habe Alexander Schulte angerufen und ihm erzählt, dass bei mir noch ein Korpus gefertigt von einem renommierten Künstler aus Polen steht“, berichtet Stefan Schewell. „Da lag es doch nahe, den Garbeckern zu helfen. Es freut mich, ihnen einen Gefallen tun zu können.“

Wenige Tage später fahren Alexander Schulte und sein Vater Vinzenz in die Wocklumer Allee, um das Werk aus Lindenholz zu begutachten. Die Größe passt, der Zustand ist sehr gut. „Also haben wir es Stefan für 200 Euro abgekauft“, sagt Alexander Schulte, Vorsitzender des MGV „Amicitia“ Garbeck. In der Werkstatt von Vinzenz Schulte wird das Kreuz in den nächsten Tagen und Wochen geölt und lasiert. Diakon Gerd Eisenberg wird es schließlich am Samstag, 11. April, um 11 Uhr auf dem Hakenhorn segnen. Eine Einladung zur Einsegnung hat auch Stefan Schewell erhalten. „Und diese nehme ich natürlich gerne an.“

Die Dorfgemeinschaft setzt mit dem neuen Wegekreuz ein Zeichen: „Wir resignieren nicht vor den bösen Buben.“ Das haben die Garbecker ohnehin noch nie getan. Nicht, als der Korpus Christi im Mai 2013 mit roher Gewalt zerschlagen worden war, und auch nicht, als Vandalen das Wegekreuz im Januar 2014 so stark beschädigten, dass es ersetzt werden muss. Nicht der materielle Wert veranlasste engagierte Bürgerinnen und Bürger dazu, eine Belohnung in Höhe von 2400 Euro auszusetzen. Gefunden wurden die Täter allerdings nie. Als „Mahnmal“ haben die Garbecker das Wegekreuz bis heute auf dem Liboriweg stehen gelassen.

Wette gerne verloren

Eine Wette bringt schließlich die Suche nach Ersatz ins Rollen. Die „Hellen Köppe“ verlieren sie bei der Karnevalsfeier des MGV „Amicitia“ Garbeck und organisieren eine Autowaschaktion. 66 Autos werden im August 2014 blitzblank geschrubbt. Der Gesamterlös ist beachtlich – er beträgt 800 Euro. „Das Geld ist an Ernst-Reiner Schulte vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr gegangen, der es dem Ortsausschuss zur Verwahrung übergeben hat“, berichtet Alexander Schulte.

Was passiert mit den übrigen 600 Euro? „Das steht noch nicht fest“, sagt Ernst-Reiner Schulte, der zeitnah das Gespräch mit dem Ortsausschuss suchen wird. Möglich ist, das die 600 Euro wieder an den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr zurückfließen.