Für Sonntag „Feuer frei“

Schon früh finden sich die Osterfeuer-Besucher ein, um eine der Fackeln zu ergattern.
Schon früh finden sich die Osterfeuer-Besucher ein, um eine der Fackeln zu ergattern.
Foto: WP - Wolfgang Becker

Arnsberg..  Die gute Nachricht: Das Osterfeuer am kommenden Sonntag ist trotz chaotischer Großwetterlage nicht gefährdet. Auch das große Feuerwerk wird wieder bunte Bilder an den allerdings wohl dann wolkenverhangenen Abendhimmel zaubern. Das erklärte Peter Hansknecht als Vorsitzender des Osterfeuerausschusses des Arnsberger Heimatbundes auf Anfrage unserer Zeitung. Und wischte damit Befürchtungen mancher Bürger beiseite, die Traditionsveranstaltung könnte Sturm und Regen zum Opfer fallen.

„Über eine Absage,“ sagt Peter Hansknecht, „habe ich mir nie einen Kopf gemacht.“ Schließlich klinge der Sturm derzeit wieder ab. Und selbst starker Regen habe die Menschen nie vom Besuch der Veranstaltung auf dem Kreuzberg abhalten können.

Vielmehr zieht der Experte in Sachen Osterfeuer sogar etwas Positives aus dem Wetter der letzten Tage, „denn es ist gut, dass der Waldboden jetzt nass ist“. Damit sei die oft latent vorhandene Gefahr eines Waldbrandes ausgeschlossen. Wie zum Beispiel im heißen Frühling 2011, als das Osterfeuer auf Anweisung der Stadt kurzfristig abgesagt werden musste. Damals hatte der Deutsche Wetterdienst aufgrund der pulvertrockenen Wälder die Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgegebenen - die höchste Gefährdungsstufe überhaupt. Daher war den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung das Risiko zu groß. Geschichte.

Auch im Abbrennen des Feuerwerks sieht Peter Hansknecht am kommenden Sonntag kein Problem. Zwar könne der Westwind die Feuerwerkskörper etwas näher an die Stadt herantreiben, „aber passieren kann da absolut nichts“. Er geht zudem davon, dass die Besucher des Osterfeuers - ob von der Wiese auf dem Bergsattel oder von der Altstadt aus - einen guten Blick auf das Feuerwerk haben werden. „Weil die Raketen nicht so hoch steigen, dass sie in tief liegenden Wolken verschwinden könnten.“

Karfreitag wird aufgeschichtet

Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung - die größte ihrer Art im Sauerland - laufen so nach Plan. „Am Gründonnerstag,“ erklärt Peter Hansknecht, „wird unsere altbewährte Truppe wie üblich das Gerüst für das Feuer errichten.“ Am Karfreitag folgt das Aufschichten der Schanzen. Die letzte Arbeitshandlung der freiwilligen Helfer wird dann das Aufstellen der Wipfelfahne mit den blau-weißen Arnsberger Farben sein.

Das Osterfeuer in Arnsberg hat eine jahrhundertelange Tradition. Doch wann erstmals an einem Ostersonntagabend die Fackel an den mächtigen Holzstoß gelegt wurde, das lässt sich nicht mehr ermitteln. Da muss selbst Stadtarchivar Michael Gosmann passen, sonst die wohl zuverlässigst sprudelnde Quelle für heimatgeschichtliche Daten und Geschehnisse.

Gegen die „Umtriebe“

Aber dafür erinnert Gosmann an skurriles Handeln der „Obrigkeit“: So verbietet Kurfürst Maximilian Franz per Dekret am 15. Januar 1788 grundsätzlich das Abbrennen von Osterfeuern. Weil der Wald Schaden nehmen und die Jugend in der Dunkelheit (und in den engen Arnsberger Gassen) allerhand Unsinn treiben könnte. Dem will der Kurfürst den Riegel vorschieben.

Dieses Verbot, so Gosmann, wird später mehrmals von weiteren Spaßbremsen erneuert: 1812 von den inzwischen regierenden Hessen, 1829 von den humorlosen Preußen. Übrigens: 1888 - im Drei-Kaiser-Jahr - beleuchtet erstmals bengalischen Feuer die Stationen des Kreuzweges.

Was heute den Besuchern des Osterfeuers ganz selbstverständlich ist.

Info

Mindestens 15 freiwillige Helfer sind Karfreitag auf dem Kreuzberg im Einsatz, um das Osterfeuer aufzubauen.

Nette Geste: Nach getaner Arbeit gibt es traditionell als Dankeschön für die Helfer einen gemütlichen Umtrunk in Hansknechts Hütte.

Für Bewachung und sicheren Ablauf des Osterfeuers sorgen wieder Mitglieder des Löschzuges Arnsberg. Auch sie sind für dieses Brauchtum freiwillig unterwegs.