Für Betreuung fehlt Geld

Gesetzliche Betreuer..  Es ist schön zu lesen, dass im Hochsauerlandkreis (hoffentlich) genügend gesetzliche Betreuer und Betreuerinnen vorhanden sind, die sich um die jungen Menschen kümmern, die schon zu Beginn des Erwachsenseins auf ein Abstellgleis geschoben wurden. Der Grund ist meistens der Finanzdruck in den Kommunen, der immer größer wird. Gerade in den Jugendämtern wird dadurch die Messlatte für die gesetzlich zustehende Sozialleistungen immer höher gesetzt und das besonders in der Altersgruppe ab 18 Jahren.

So „pfeifen es die Spatzen von den Arnsberger Dächern“, dass es angeblich im örtlichen Jugendamt nicht verschriftliche Anordnungen an die sozialpädagogischen Kräfte gibt, stationäre Hilfen für junge Volljährige gemäß § 41 SGB VIII bei Neuanträgen generell nicht mehr zu genehmigen. Im Haushalt des Hochsauerlandkreises wurde der Jugendamtsetat für Hilfen zur Erziehung (bis zum Ende des 17. Lebensjahres) leicht erhöht, der Etat für die gleiche Hilfe bei jungen Volljährigen aber stark reduziert. Angeblich weil die Nachfrage gesunken sei.

In meiner Haushaltsrede am 19. Dezember 2014 vor dem Kreistag habe ich dazu unter anderen die Frage gestellt, ob die Jugend im Hochsauerlandkreis mit dem Tag der Volljährigkeit zu einem perfekten Menschen wird.

Die im WP/WR-Artikel vom 28. Januar 2015 erwähnten steigenden Zahlen bei der Einrichtung von gesetzlichen Betreuungen sagen das Gegenteil aus. Die Jugendämter scheinen sich in dieser Altersgruppe aus seiner gesetzlichen Verpflichtung herausziehen zu wollen.

Die gesetzliche Betreuung ist aus meiner Sicht nur die zweitbeste Lösung, diesen jungen Menschen die Startbedingungen in das Erwachsenenleben zu verbessern!


Dietmar Schwalm, Hüsten,

Jugendhilfeausschussmitglied im Hochsauerlandkreis und gewerkschaftlich aktiver Sozialarbeiter.