Frühjahr in Arnsberg zu trocken

Der Frühling beschert stets wunderbare Blütenpracht.
Der Frühling beschert stets wunderbare Blütenpracht.
Foto: WP

Arnsberg..  Anhaltende Trockenheit und kein Ende? – Nach Beginn des meteorologischen Sommers Anfang Juni bescherten einige Schauer zwar etwas Regen, konnten aber das große Defizit des Frühjahrs bei weitem nicht aufholen. Gerade jetzt wäre das fehlende Nass für die Pflanzenwelt so wichtig. – Zieht sich die Trockenheit doch wie ein roter Faden durch die Vormonate, worüber die folgende Wetterrückschau nähere Auskunft gibt.

Überwiegend freundlicher März

Im überwiegend freundlichen März dominierten immer wieder „nachwinterliche Eskapaden“ mit leichtem Frost bis minus 3,1° Celsius (23. des Monats). An der Arnsberger Wetterstation wurden acht Frosttage und sogar 16 Tage mit Bodenfrost bis minus 5° C registriert.

In der milden Frühjahrssonne überschritten die Mittagswerte dagegen an 15 Tagen die 10-Grad-Marke und erreichten bereits am 8. März angenehme 18,3° C.

Im Mittel war der März mit 5.1° C um 1,2 Kelvin (gleich °C) zu warm und damit seit August 2014 der siebte zu warme Monat in Folge. Mit insgesamt 76 Litern Niederschlag pro Quadratmeter wurde das Soll für März zwar nur um knapp zehn Prozent verfehlt, davon fielen allein 50 Liter an den letzten drei Monatstagen. Sonst war es relativ trocken.

Neben den Stürmen Mike und Niklas, die am Monatsende auch Arnsberg mit Windgeschwindigkeiten bis 72 Kilometern pro Stunde (Windstärke 8), die Station Gütersloh sogar mit Orkanböen von 126 Stundenkilometern überquerten, war auch die partielle Sonnen­finsternis am Vormittag des 20. März für viele Wetter- und Naturbeobachter von besonderem Inter­esse. Die gut sichtbare Finsternis ging in Arnsberg mit maximal 77 Prozent Bedeckungsgrad zunächst mit einer spürbaren Dämmerung, darauf dann mit einer starken Luft­trübung (erhöhte Feuchte) daher. Temperaturanstieg und Solarstrahlung brachen deutlich ein.

April selten launenhaft

Der April präsentierte sich morgens frisch, tagsüber sonnig und warm. Von seiner üblichen Launenhaftigkeit war selten etwas zu spüren. Beständiger Hochdruckeinfluss prägte das Wetter.

In den klaren Nächten sank die Temperatur bis minus 2,5° C ab (5. des Monats). Dabei wurden acht Frosttage und immerhin noch 13 Tage mit Bodenfrost bis minus 4,4°C notiert. Erste Sommertage ließen weiter auf sich warten. Mit durchschnittlich 8° C lag die Monatstemperatur schließlich 0.9 K über dem Normalwert für April.

Mit 48 Litern gegenüber normalerweise 79 Litern Niederschlag pro Quadratmeter zeigte sich der April deutlich zu trocken. Nur am 1. und 26. des Monats waren die Regen­fälle mit insgesamt 27 Litern pro Quadratmeter mal ergiebiger. An 20 Tagen war es völlig trocken, wodurch zeitweise auch Waldbrandgefahr auftrat.

Mai sonnig und warm

Wie die Vormonate war der Mai sonnig und warm, aber ebenfalls zu trocken. Kurzzeitige Störungseinflüsse konnten die Frühlingslaune nicht verderben.

Am 11. Mai wurde die 25-Grad-Schwelle für einen Tag geknackt. Recht frisch zeigten sich dagegen die Frühstunden. Mit 0,9° C, am Erdboden mit minus 0,5° C, war es zu Monatsbeginn am kältesten. Auch um die Zeit der Eisheiligen wurde es morgens mit Werten knapp über dem Gefrierpunkt nochmals recht frisch. Frost trat aber nicht mehr auf.

Besonders markant war das Wettergeschehen am 5. Mai in Deutschland. Im Einflussbereich eines Tiefs über England bildeten sich bei sommerlichen Temperaturen von den Niederlanden her Gewitter mit Sturmböen, örtlich auch mit Hagel, aus denen sich über Nordostdeutschland mindestens zwei bestätigte Tornados entwickelten. Ein Tornado hinterließ in Bützow/Mecklenburg-Vorpommern schwere Schäden.

Unwetterfront

Die weitreichenden Ausläufer dieser Unwetterfront, erfreulicherweise in abgeschwächter Form, zogen auch über Arnsberg hinweg und machten sich noch mit stürmischen Böen von 60 Stundenkilometern (Windstärke 7), aber auch mit einem Temperatursturz von neun Grad innerhalb von drei Stunden bemerkbar. Die Niederschlagsbilanz fiel im Mai mit 36 Litern gegenüber normalerweise 83 Litern pro Quadratmeter sehr bescheiden aus. An keinem Tag im Mai hat es ergiebig geregnet. Kurze Schauer wirkten sich kaum aus.

In der Gesamtschau war das Frühjahr mit durchschnittlich 8,5° C um 0,9 K zu warm, dabei sehr sonnig und vor allem zu trocken.

Während im Norden und besonders im Süden Deutschlands reichlich Regen fiel, litten die Mitte wie auch das Sauerland unter anhaltender Trockenheit. Dabei kam Arnsberg mit 160 Litern Niederschlag nur auf 65 Prozent des Klimawertes von 245 Litern pro Quadratmeter. Seit 2008 war es damit der achte zu trockene Frühling in Folge.