Frühestens am Montag geht es los

In Arnsberg soll kein Kind vor der Tür stehen bleiben. Eltern sollen vor den Streiks informiert werden.
In Arnsberg soll kein Kind vor der Tür stehen bleiben. Eltern sollen vor den Streiks informiert werden.
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Was wir bereits wissen
„Jetzt liegt der Ball eindeutig in den Rathäusern und bei den Kommunalverbänden“, beurteilt der für die Gemeinden im HSK zuständige ver.di-Sekretär Dirk Wiesner aus Meschede die Situation.

Arnsberg/Sundern..  „Jetzt liegt der Ball eindeutig in den Rathäusern und bei den Kommunalverbänden“, beurteilt der für die Gemeinden im HSK zuständige ver.di-Sekretär Dirk Wiesner aus Meschede die Situation, nachdem sich in der Urabstimmung 93,4 v.H. der Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes für einen unbefristeten Streik ausgesprochen haben.

Am heutigen Abend wird sich Dirk Wiesner mit den ver.di-Mitgliedern aus Arnsberg und Sundern im „Landsberger Hof“ in Arnsberg zusammensetzen. „Wir werden dort beraten und auch über die aktuelle Situation diskutieren“, so Wiesner. Es gehe vor allem darum, wer von den Mitgliedern in seiner Gewerkschaft bereit sei, in den dauerhaften Streik ab kommenden Montag zu treten.

ver.di will den Druck erhöhen

„Streik muss ja eine Wirkung haben“, betont der Gewerkschaftssekretär aus Meschede. In seiner Organisation sind weitaus die Mehrzahl der organisierten Beschäftigten Mitglied, über eine genaue Zahl schweigt er sich aus. Eher gering ist die Zugehörigkeit bei der Gewerkschaft Komba. Dort hatten sich mehr als 95 Prozent der Mitglieder für den unbefristeten Streik ausgesprochen. Und wie sieht es am Montag vor Ort in Arnsberg und Sundern aus? „Das kann ich heute für die Kitas in Arnsberg noch nicht sagen. Das Gespräch morgen wird wohl mehr Klarheit bringen“, schätzt Dirk Wiesner die Situation ein. Da aber im Vorfeld schon mehrfach in den Arnsberger Kitas gestreikt wurde, geht er auch von einer Teilnahme ab Montag aus, eventuell tagesweise.

Was ist mit den Eltern? „Man geht mit ihnen ordentlich um, alle werden zuvor informiert.“ Denn es gehe ja nicht um die Eltern: „Wir müssen nun den Druck auf die Arbeitgeber aufbauen. Unser Ziel ist es, sobald wie möglich wieder an den Verhandlungstisch zu kommen“, gibt Wiesner als Richtung der neuerlichen Streikrunde aus. Er appelliert nochmals an die heimischen Bürgermeister, den Einfluss auf die entsprechenden Kommunalverbände zu erhöhen und auf eine schnelle Einigung zu drängen. Bei der Stadt Arnsberg, so Pressesprecherin Stefanie Schnurra, bereite man sich ähnlich wie in den anderen Runden vor: „Dort hatten wir in den 14 Kitas keine Schließung. Durch Zusammenlegung oder Notgruppen war es zu leisten.“ Wie das sei, wenn der Streik sich wirklich hinziehe, müsse sich allerdings noch zeigen.

Keine Gefahr in Sundern

In Sundern wird der Streik hingegen wohl keine Wirkung entfalten: „Wir haben acht städtische Kindertagesstätten. Von den 72 Fachkräften ist nur ein ganz geringer Prozentsatz gewerkschaftlich organisiert“, berichtete der Fachbereichsleiter Personal, Manfred Franke: „Es gibt keine Gefahr, dass etwas zu schließen ist.“ Wenn dennoch der oder andere streiken würde, sei das intern aufzufangen. Dies sieht Fachbereichsleiter Martin Hustadt so: „In einer Sitzung mit den Einrichtungsleiterinnen gab es von keiner Seite einen Hinweis auf eine Teilnahme.“