Freyja ist auf dem Weg zur „Hundeversteherin“

„Ein im Haus ausgeglichener, ruhiger Hund“:  Schäferhündin Freyja mustert den Fotografen aus ihrem Körbchen heraus.
„Ein im Haus ausgeglichener, ruhiger Hund“: Schäferhündin Freyja mustert den Fotografen aus ihrem Körbchen heraus.
Foto: WP

Müschede..  „Freyja“ macht Frauchens Beschreibung alle Ehre: Als „im Haus ausgeglichenen, ruhigen Hund“ schildert Martina Geilker ihren Vierbeiner – und die zierliche Schäferhunddame schaut den Besucher aus klugen Augen an, als wollte sie sagen: „Stimmt genau...“

Doch es gibt bekanntlich auch ein Hundeleben außerhalb des Hauses – und damit hat die heute etwa vier Jahre alte, dunkle Schönheit so ihre Probleme. „Freyja ist bis vor einiger Zeit bei jedem Kontakt mit Artgenossen ausgerastet“, ­berichtet Martina Geilker.

Erst seit einiger Zeit läuft es ­besser: „Sie hat einen Spielkameraden gefunden, der ihr beigebracht hat, wie Hunde untereinander kommunizieren“, freut sich ihre Besitzerin. Eine Freundin, die als Hundetherapeutin arbeitet, gibt dabei die entscheidenden Impulse.

Dabei gehen die Geilkers durchaus als erfahrene Hundebesitzer durch: „Jedenfalls glaubten wir, nach zwei Hunden und 29 Jahren Hundehaltung, erfahren zu sein“, erinnert sich Familienoberhaupt Uwe. Doch Freyjas schwierige Vorgeschichte hatte eine sehr lange Eingewöhnungsphase zur Folge.

An Laternenpfahl angebunden

Die Hündin landete einst im Tierheim Iserlohn, zuvor wurde sie in der Waldstadt gefunden – angebunden an einen Laternenpfahl. Nach acht Monaten Heim begann am 11. November 2011 das „Abenteuer Müschede“ – für den Hund und seine neue Familie: Fotos auf der Internetseite des Tierheims, Sonntagsspaziergänge in Iserlohn – ein Besuchstag im Hause der Geilkers sollte der nächste Schritt sein. „Als ich Freyja jedoch morgens in Iserlohn abholen wollte, war sie verletzt. Ich habe sie trotzdem mitgenommen und an diesem Tag spontan beschlossen, sie zu behalten“, erzählt Frauchen Martina. Noch am gleichen Abend kam das „ok“ des Tierheims. Schnell musste ihre Familie feststellen, dass Freyja kaum Erfahrung mit der Außenwelt hatte. Spaziergänge schien sie nicht zu kennen, Menschen, laute Geräusche und große Autos sorgten für Panik. „Sie wusste und konnte gar nichts“, blickt Herrchen Uwe zurück. Doch fest zur Familie gehörte die Schäferhündin trotzdem sofort:

„Freyja hat unser Familienleben bereichert. Der Gedanke, sie wieder abzugeben, ist uns trotz aller Probleme niemals gekommen“, so Martina, Uwe und Sohn Tim unisono. „In den vergangenen Jahren haben wir mit ihr viel erlebt und sind, auch dank der Unterstützung einiger Hundetrainer, immer ein Stück weiter gekommen.“ Und Freyja? Die mustert ihre „Zweibeiner“ aus klugen Augen: „Stimmt genau!“