Freiwillige Biotonne kommt

Die kostenlose freiwillige Biotonne soll nach Auffassung des Arnsberger Haupt- und Finanzausschusses stadtweit eingeführt werden. Zum 1. Januar 2016. Die Zustimmung des Rates ist wohl sicher.
Die kostenlose freiwillige Biotonne soll nach Auffassung des Arnsberger Haupt- und Finanzausschusses stadtweit eingeführt werden. Zum 1. Januar 2016. Die Zustimmung des Rates ist wohl sicher.
Foto: WP

Arnsberg..  Zum 1. Januar 2016 wird im Stadtgebiet Arnsberg die kostenlose Biotonne auf freiwilliger Basis eingeführt. Dieses Vorgehen jedenfalls empfiehlt der Haupt- und Finanzausschuss dem Rat, der kommenden Mittwoch zusammentritt. Damit würde die Stadt die Vorgabe zur getrennten Bioabfallerfassung aus der EU-Abfallrahmenrichtlinie erfüllen.

Bislang ist Arnsberg die einzige Kommune im Hochsauerlandkreis, die bei Bioabfällen noch auf das Bringsystem setzt. Doch der neue Abfallwirtschaftsplan des Landes verpflichtet Städte und Gemeinden im HSK auf höhere Mengenziele bei Bioabfall: Müssen 2016 150 Kilo Bioabfall pro Einwohner/Jahr gesammelt werden, sind es 2021 bereits 180 Kilo. Diese Forderung, waren sich die Fraktionen mehrheitlich einig, könne nur noch mit dem Holsystem erfüllt werden: mit der Biotonne.

Das Bewusstsein schärfen

Dabei setzt man auf das Prinzip Freiwilligkeit, um zugleich das Bewusstsein für getrenntes Sammeln zu schärfen. „Wir hätten alles auch per Satzung regeln können,“ sagte Werner Frin (SPD), „doch so wollen wir für diese wichtige Sache um Verständnis werben.“ Was mehr bewirke als jeder Zwang. Zugleich werde durch die grüne Biotonne, abgefahren im 14-Tage-Rhythmus, der Restmüll in der grauen Tonne reduziert. Deren Abfuhrturnus wird dann von einer zweiwöchigen auf eine vierwöchige Abholung geändert. Großbehälter ab 1100 Litern bleiben davon unberührt.

Für Hans Wulf (Grüne) der einzig richtige Weg. Aus zwei Gründen: „Die Restmüll-Reduzierung ist positiv und der getrennt gesammelte Bioabfall Energie. Doch leider sind wir im Hochsauerlandkreis noch nicht so weit, diese Art der Energiegewinnung zu nutzen. Das sollte aber unser nächstes Ziel sein.“

Laubcontainer entfallen

Mit der Bio-Tonne entfallen im Herbst die Laubcontainer, die laut Verwaltung ohnehin oft zweckentfremdet würden. Stattdessen werden an Baumalleen wie Burg- oder Grafenstraße Gitterboxen für das Laub aufgestellt, als deutliche Verbesserung für den Bürger. Damit habe man beispielsweise in Soest beste Erfahrungen gemacht.

Zudem nimmt der Wertstoffbringhof das Laub kostenlos an. Die Abgabe des übrigen Bioabfalls ist dort aber weiterhin zu bezahlen. Weil man befürchtet, dass bei kostenloser Entsorgung ein Bioabfall-Tourismus aus Nachbargemeinden einsetzen könnte. Damit wurde ein Antrag der FDP auf grundsätzlich kostenlose Abgabe von Bioabfall am Wertstoffbringhof abgelehnt. Zunächst. Denn: Ein halbes Jahr nach Einführung der Biotonne wird geprüft, ob das neue Abfallsystem optimiert werden muss und der FDP-Vorstoß doch noch umgesetzt werden kann.

Segnet der Rat die Biotonne ab, werden Haushaltsmittel von 250 000 Euro für vorbereitende Aufgaben freigegeben. Und durch die dann greifende künftige Einheitsgebühr für das Restmüllgefäß (siehe Tabelle) erfolge eine Verschlankung des Abrechnungsverfahrens.

Die neuen Abfallgebühren

Restmüllbehälter 120 Liter: jährliche Kosten 144,83 Euro. Die Gebühr ist jetzt im Vergleich zum Vorjahr unabhängig von der Anzahl der in Anspruch genommenen Abfuhren. Darin enthalten sind Abfuhr der Altpapiertonne 240 Liter sowie die Abfuhr der freiwilligen Biotonne 120 oder 240 Liter.

Restmüllbehälter 240 Liter: jährliche Kosten 258,22 Euro. Die Gebühr ist jetzt im Vergleich zum Vorjahr unabhängig von der Anzahl der in Anspruch genommenen Abfuhren. Darin enthalten sind Abfuhr der Altpapiertonne 240 Liter sowie die Abfuhr der freiwilligen Biotonne 120 oder 240 Liter.