Freischnitt und Sanierung

Unter anderem eindringendes Regenwasser zieht die Kreuzwegstationen - hier einer der Sockel - arg in Mitleidenschaft. Weil der dichte Bewuchs das schnelle Abtrocknen verhindert.
Unter anderem eindringendes Regenwasser zieht die Kreuzwegstationen - hier einer der Sockel - arg in Mitleidenschaft. Weil der dichte Bewuchs das schnelle Abtrocknen verhindert.
Foto: Heimatbund

Arnsberg..  Der Heimatbund Arnsberg will die Stationen des Kreuzweges restaurieren. Aber weil vor dem zweiten Schritt immer ein erster kommt, wird zunächst einmal der Weg am Kreuzberg freigeschnitten. Die entsprechenden Arbeiten beginnen in Kürze. Die Anlieger, freut sich der Heimatbund, haben bereits tatkräftige Unterstützung zugesagt.

Mit dieser landschaftlichen Pflegemaßnahme, erklärte Heimatbund-Geschäftsführer Torsten Kapteiner, werde eine wichtige Vorgabe der Oberen Denkmalbehörde in Münster erfüllt, „weil ohne diesen Freischnitt eine Sanierung der Stationen nicht umsetzbar ist“. Denn ein Gutachten habe eindeutig aufgezeigt, dass angesichts der an der Ostseite des Höhenzuges herrschenden Lichtverhältnisse und ungünstigen Luftzirkulation eine zu dichte Vegetation den Kreuzwegstationen Schaden zufüge und eine Sanierung so keinen Sinn ergebe.

„Zum Beispiel, weil aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung, auch verursacht durch dichten Bewuchs, Regenwasser schlecht abtrocknet, die Nässe in den Stein eindringt und dieser so nachhaltig geschädigt wird.“ Dieser Effekt werde bei Frost noch gefährlich verstärkt, denn dann könne das Gestein sogar regelrecht gesprengt werden. Wie zum Beispiel an der inzwischen sanierten Stützmauer unterhalb der Propsteikirche geschehen. Das Freischneiden soll diesen Erosionsprozess verhindern und so die Stationen dauerhaft erhalten helfen.

Derzeit, so Kapteiner, liste die Obere Denkmalbehörde in enger Abstimmung mit der Stadt Arnsberg die an den jeweiligen Kreuzwegstationen erforderlichen Arbeiten auf, „die wir dann im zweiten Schritt umsetzen wollen“. Wann dies geschehe, lasse sich jedoch noch nicht konkretisieren. „Die Obere Denkmalbehörde zählt nicht nur die einzelnen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten auf, sondern gibt zugleich Hinweise auf Fördertöpfe und wichtige Tipps zu potenziellen Fördermittelgebern.“

Schon jetzt aber werde das Vorhaben, dem Kreuzweg wieder eine höhere Aufmerksamkeit zuzumessen, in der Bürgerschaft begrüßt. Dies hätten immer wieder Gespräche bei den verschiedensten Ortsbegehungen gezeigt. „Die Leute sind beeindruckt, dass auch hier etwas passiert.“

Immerhin, sagte Kapteiner, sei der Kreuzweg kein Weg wie jeder andere, sondern ein „gelebter Weg. Deshalb sind Freischnitt und Sanierung ein Gewinn für alle: für die Gläubigen, die hier Trost im Gebet suchen, für Touristen und auch für die Arnsberger Bürger.“ Von dem malerischen Ausblick auf die Altstadt ganz zu schweigen.

Schon während der Planungsphase sei so erkennbar gewesen, dass Kreuzweg und Kapelle bei Arnsbergern, Wanderern und Touristen eine sehr große Wertschätzung genießen würden. Stationen und Kapelle seien eben nicht nur historisch bedeutsame Denkmale, sondern vielmehr sei die gesamte Anlage ein Ort der Besinnung, Freizeit und Erholung.

Denkmalbehörde arbeitet Plan aus

Bei der unmittelbar bevorstehenden Umsetzung der Pflegearbeiten würden daher gerade Aspekte wie Vielfältigkeit, Natürlichkeit und Abwechslung berücksichtigt. Besondere Bäume und Baumgruppen würden zudem gezielt gefördert, so dass auch künftig Naturnähe und Artenreichtum gewährleistet seien.

Der Freischnitt wurde vorab - ganz korrekt - mit den beteiligten Institutionen sowie den Naturschutzbehörden abgestimmt. Und das sind nicht gerade wenige: Umweltamt, Grünflächenmanagement und Untere Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg, Obere Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Forstamt Soest-Sauerland und Untere Landschaftsbehörde des HSK. Ein weiteres Ziel des Projekts ist übrigens das Freistellen der für den Weg bedeutsamen Linden. Optisch ein zusätzlicher Gewinn.

Info

Wichtig: Aus Sicherheitsgründen wird der Kreuzweg während der Arbeiten streckenweise gesperrt.

Der Kreuzweg am Kreuzberg wurde 1862 mit insgesamt 14 Stationen eingeweiht.

Den Abschluss bildet die vom Geist der Spätromantik geprägte Kapelle, die 1868 - also sechs Jahre später - vollendet wurde.

Kreuzweg und Kapelle sind nach einer Einschätzung des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege ein Gesamtkunstwerk von nationalem Rang.