Freilichtbühne Herdringen fördert den Nachwuchs

Das Teeniecamp
Das Teeniecamp
Foto: Thomas Lepping
Was wir bereits wissen
Die Freilichtbühne Herdringen stand in diesem Herbst auch auf Verbandsebene im Rampenlicht. Sie war nicht nur Gastgeber der Arbeitstagung des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen, sondern auch Ausrichter des Teeniecamps.

Herdringen.. Unsere Redaktion sprach mit Christian Albrecht über die Jugend- und Nachwuchsarbeit der Freilichtbühne Herdringen.

Frage: Wie viele Jugendliche machen bei Ihnen regelmäßig bei der Freilichtbühne mit?

Christian Albrecht: Wir unterteilen die Kinder und Jugendlichen in einzelne Gruppen. Alles in allem haben wir rund 75 bis 80 Kinder und Jugendliche bei uns an der Bühne.

Ab wann spielen Kinder bei ihnen mit?

Da gibt es die Minis, also bis circa 6 Jahre. Hier haben wir ca. 20-25 Kinder. Davon haben in diesem Jahr bei „Emil und die Detektive“ bereits viele auf der Bühne gestanden. Diese Kinder spielen dann nicht alleine, aber mit den Eltern zusammen. Als nächste Altersgruppe gibt es die „Teenies“. Die sind in dem Alter von 7 bis 15 Jahre. Auch hier haben viele in diesem Sommer mitgespielt. Bei den „älteren Teenies“ gibt es auch einige, die dann Hauptrollen übernehmen wie zum Beispiel „Emil“, gespielt von Jonas Baltrusch. Er hat auch im Dschungelbuch den „Mogli“ gespielt. Bei Max und Moritz glänzten Malte Becker und Lukas Kroner in den Hauptrollen. Und dann kommen die Jugendlichen im Alter von 16 bis circa 25 Jahre. Wobei diese Altersgrenze mit 25 nicht ganz so streng gesehen wird. Hier gibt es auch ca. 25 Jugendliche. Von diesen Jugendlichen spielen einige im Kinder- und Familientheater und im Erwachsenentheater mit. Sie sind aber auch in anderen Bereichen aktiv wie Schminke, Verkaufsstand, Kasse, Putztruppe oder Technik. Hier kommt es immer darauf an, ob die Jugendlichen durch Ausbildung und Studium immer vor Ort sind.

Was wird den älteren Nachwuchsschauspielern neben den Rollen geboten?

Für die „älteren Teenies“ gibt es einmal im Jahr das Teeniecamp, das in diesem Jahr von der Freilichtbühne Herdringen durchgeführt und organisiert wurde. Hier waren 350 Kinder von den verschiedensten Bühnen bei uns. Im Rahmen dieser Veranstaltung, die dann von Samstag bis Sonntag geht, werden viele Aktionen durchgeführt, die Spaß machen und bei denen man etwas lernt. Die Veranstaltung steht unter einem speziellen Motto. In diesem Jahr war es das Thema „Zirkus“. Alle teilnehmenden Bühnen kennen das Thema und jede Bühne bereitet sich entsprechend vor und führt dann etwas vor. Tagsüber gibt es dann eine „Schnitzeljagd“ durchs Dorf. Sonntagmorgens findet dann noch ein Improvisations-Workshop statt. Das Jugendcamp fand dieses Jahr in Barsinghausen in Niedersachsen statt. Hier sind von Herdringen auch 16 Personen mitgefahren.

Welche Ausbildung oder Qualifikation lassen sie den Jugendlichen neben den normalen Proben zukommen?

Für die Ausbildung gibt es in Hamm das Bildungswerk für Theater und Kultur. Hier werden die unterschiedlichsten Kurse angeboten. Einige finden dann auch direkt in Herdringen statt. Dazu gehörten in der letzten Zeit: Improvisation, Atem und Stimme, Gesang, Choreografie.

Gibt es bei der Freilichtbühne Herdringen ein Nachwuchs-Problem? Oder müssen sie eher „aussieben!“?

Aussieben ist bei uns nicht der Fall. Wir freuen uns über alle, die mitmachen und auch Arbeiten übernehmen wollen.

Ist das Freilichtbühnenprogramm und -theater auch für ältere Jugendliche attraktiv?

Ja auf jeden Fall. Die älteren Jugendlichen gehen oft in Bereiche, in denen sie auch einen Beruf erlernen und somit das Gelernte für die Bühne einbringen können, so z.B. im Bereich Technik. Es gibt auch Personen die eine Ausbildung als Theaterpädagogin beim Bildungswerk gemacht haben und dieses Wissen mit zur Bühne bringen. Als Beispiel sei hier Saskia Senft genannt, die Spielleiterin im Erwachsenentheater ist und in diesem Jahr die „Comtess von und zu Sandau“ im Wirtshaus im Spessart gespielt hat. Auch Jan Bobrowski hat in diesem Jahr eine tolle Rolle gehabt. Er hat den „Räuber Funzel“ im Wirtshaus gespielt. Auch außerhalb der Spielzeit werden gemeinsame Veranstaltungen organisiert und besucht.

Sind aus Ihrer Nachwuchsarbeit schon Schauspiel-Laien später auf anderen Bühnen gelandet?

Ob nun Spieler schon auf anderen Bühnen gelandet sind, kann ich nicht sagen, aber umgekehrt auf jeden Fall. So spielen von Hamm-Heessen Personen bei uns mit. Die jungen Leute lernen sich bei den unterschiedlichen Veranstaltungen kennen und so entstehen Freundschaften, Partnerschaften und sogar Ehen.