Frauenensemble meistert die Aufgabe

Arnsberg..  Das Arnsberger Frauenensemble ist ein fest etablierter Teil des Kulturszene der Stadt. Mit einer auf die Laienschauspieler zugeschnittenen Inszenierung von Anton Tschechows gesellschaftskritischer Komödie stellten sie das erneut unter Beweis. Am Wochenende fanden zwei Aufführungen im Sauerlandtheater statt.

Allein das schon beeindruckte: Nicht nur die Zuschauer und „Fans“ des Frauenensembles, sondern auch auch die Schauspieler selbst. „Die Atmosphäre des Sauerlandtheaters ist für uns Laienschauspieler natürlich etwas besonderes!“, freute sich Nina Walenta nach der Premiere am Samstagabend, „es war so trotz des großen Theaters eine Nähe zum Zuschauer gegeben - und es störte nicht das nach hinten und teilweise zu den Seiten einige Plätze frei geblieben sind! Ich fand es war eine tolle Stimmung“. Nähe zum Publikum - das mag das Arnsberger Frauenensemble, was es ja auch bei vielen anderen Veranstaltungen bereits unter Beweis gestellt hat.

„Ganz ausverkauft war das Sauerlandtheater leider nicht“, so Nina Walenta nachher. Damit hatte das Ensemble aufgrund der vielen Sitzplätze im großen Theater gar nicht gerechnet. Deshalb war durch den Verkauf fester Plätze von vornherein möglich gewesen, die Besetzung der vorderen Reihen zu gewährleisten. 200 Besucher sahen die Premiere. Und wer da war, sah sich einer konsequent schwarz-weiß-rot gehaltenen, minimalistisch eingerichteten Bühne gegenüber, die den zehn Darstellerinnen viel Raum ließ, um ihre sehr unterschiedlichen Charaktere zur Geltung zu bringen.

Das Spiel um den Zerfall der russischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte witzige wie auch nachdenkliche Szenen: die vornehme Gutsbesitzerin (Gertrud Raffenberg) und ihr schwadronierender Bruder (Gaby Engel), der alte Diener (Doris Braukmann), der jüngere Lakai ohne Manieren (Hanne Clauß), zwei unterschiedliche junge Männer – ein zu Geld gekommener Bauer (Nina Walenta) und ein revolutionärer Student (Rita Borchardt) – drei junge Frauen mit unterschiedlichen Lebenszielen (Ulrike Becker, Veronika Becker, Marita Griesenbrock) und der unbeholfene Gutsbesitzer (Gaby Hummer).

Sie alle brachten das Publikum teilweise zum Lachen, teilweise zu atemloser Stille und schließlich am Ende zu frenetischem Jubel.