Frau Blum sucht Rache

Der Thriller „Totenfrau“ beginnt mit einem Blick auf ein Boot im Sonnenlicht: Bestatterin Blum macht Urlaub auf dem Boot ihrer Eltern. Seit ihrer Kindheit verbringen sie den Urlaub gemeinsam auf dem Boot - und es ist die schönste Zeit im Jahr.

Aber sie verbringt den Urlaub gar nicht allein, ihre Eltern waren auch dabei. Diese haben vor dem Sprung ins kühle Nass vergessen, die Leiter des Bootes herunterzulassen und kommen so nicht mehr aus dem Wasser heraus. Und Blum kann sie nicht hören, da sie Kopfhörer trägt und Musik hört beim Sonnenbaden. Als später ein Polizist auftaucht, sieht es wie ein tragischer Unfall aus. So war ihr Plan: Sie hat sich von ihren unmenschlichen Stiefeltern befreit.

Nichts für schwache Nerven

Nun beginnt eine glückliche Zeit mit der Liebe zu dem Polizisten Mark und zwei gemeinsamen Kindern. Alles läuft bestens, bis Mark vor Blums Augen überfahren wird und in ihren Armen stirbt. Direkt vor ihrem Bestattungsunternehmen.

Nach dem ersten Schock und der unendlichen Trauer kümmert sie sich wieder um ihre Kinder und ihre die Arbeit als Bestatterin. Bei der Durchsicht von Marks Handy stolpert sie dann aber über ein Gespräch mit einer Frau. Nach einigem Suchen findet Blum diese Frau und gewinnt deren Vertrauen. Diese erzählt eine abscheuliche Geschichte und muss ebenfalls sterben. Blums Rachefeldzug beginnt. Und wie kann man Tote besser verschwinden lassen als in Särgen?

Bernhard Aichners Sprache ist sachlich und kühl. Trotzdem - oder gerade deswegen - geht diese Geschichte unter die Haut. Der Leser ist entsetzt, was Blum als Kind im Bestattungsunternehmen erleiden musste. Der Tod ihres Mannes löst eine Lawine des Schreckens aus, die den Leser mitreißt. Und Sölden als Wintersportort wird zum Zentrum dessen, wie unmenschlich sich manche Menschen verhalten.

Fazit: „Totenfrau“ ist nichts für schwache Nerven, aber ein ganz besonderer Thriller mit Tiefgang. Prädikat: unbedingt empfehlenswert.