Flüchtlingsthema als große Herausforderung

Arnsberg/Sundern..  Jahreswechsel sind traditionell die Zeiten der Grußworte und Neujahrsansprachen der Regierenden. Auch Bürgermeister haben etwas zu sagen, richten das Wort an ihre Bürger. Die Grußworte stehen auf Internetseiten der Städte, werden auf digitale Plattformen gestellt oder finden sich auch als Video - wie vom Neheimer Bürgerjournalisten Daniel Michael Gitzen erstellt - auf der You Tube-Plattform. Wir schauen nach, was die Bürgermeister Hans-Josef Vogel (Arnsberg) und Detlef Lins (Sundern) in den uns zugesandten Grußworten zu sagen haben.

Thema: Flüchtlinge

Bürgermeister Detlef Lins aus Sundern spricht in diesem Zusammenhang von „einer großen Herausforderung“, die zu meistern gelungen sei. Die weltweit dominierenden Schlagzeilen über den Islamischen Staat würden sich so auch auf Sundern auswirken. Er spricht von einer „umfangreichen Aufgabenstellung bei der Betreuung und Versorgung asylsuchender Menschen aus der ganzen Welt“.

Die Flüchtlingsproblematik spricht auch Hans-Josef Vogel an. „Die ‘Neuen“ aus Syrien, dem Irak und von wo auch immer zählen jetzt zu Arnsberg“, sagt er. Die Flüchtlinge wollten mittun und schnell Deutsch lernen. „Für ihre Kinder wollen sie wie wir das Beste: eine gute Schulbildung“, sagt Vogel und verweist auf die Einrichtung der Vorbereitungsklassen und Sprachkurse.

Verwaltung

Die Verwaltungen und ihre Arbeit sind im Wandel. Auch hierauf gehen die ersten Männer der Stadt ein. Arnsberg macht sich auf den Weg zur Digitalisierung. „Unsere Verwaltung setzt das Konzept Open Data um“, sagt Vogel. Offene Daten für jedermann zugänglich. Der Bürgermeister weiß, dass dabei auch viel Arbeit auf die Bürgerdienste zukommt. Im You Tube-Interview stellt Hans-Josef Vogel die Beschwerde-App heraus, die den direkten Draht zwischen Verwaltung und Bürger herstellen soll.

Die „Umsetzung einer neuen Organisationsstruktur“ war für Bürgermeister Lins in Sundern eines der großen Themen des Jahres innerhalb der Verwaltung. „Rückblickend freue ich mich, dass sich so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieses Projekt eingebracht haben“, sagt Detelf Lins, „es ist uns gelungen, Strukturen zu schaffen, die auch für die Zukunft eine leistungsstarke, gut aufgestellte und bürgerorientierte Verwaltung garantieren“. Er verweist auf organisatorische, personelle und räumliche Umstellungen.

Bürgerbeteiligung

Das Mitmachen von Bürgern wird in beiden Grußworten eingefordert. Detlef Lins wünscht sich, dass die Bürger die Verwaltung bei der Gestaltung der Zukunft „weiterhin unterstützen und konstruktiv begleiten“.

Sein Amtskollege Vogel aus Arnsberg lobt „Selbstorganisation von Kultur und Sport“ und eine „Stadt aktiver Bürger und Bürgerinnen“. Immer wiederholt er dabei das Lob für junge Menschen, die sich in der Stadt engagieren wollen. „Das Engagement junger Leute in der Stadt ist gewachsen“, sagt er und verweist auf das Projekt „Generation Zukunft Arnsberg“.

Wirtschaft

Hans-Josef Vogel ist beeindruckt von „wachsender digitaler Wirtschaft“ in Arnsberg. Er verweist auf die Einbindung der Wirtschaft der Stadt in die Globalisierung. „Unsere Wirtschaft leistet herausragende Dienstleistungen für die Welt“, sagt Vogel, „unsere Stadt lebt davon“. Umgekehrt ist die Abhängigkeit von Weltwirtschaft auch ein Risiko. „Wenn es in anderen Ländern nicht gut läuft, merken das nicht nur die Betriebe“, so Vogel. Auch die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt würden sinken.

Politische Streitthemen

Die Themen, die in ihren Städten kontrovers diskutiert wurden, sprechen beide Bürgermeister in ihren Grußworten gar nicht oder nur am Rande an. Kein Wort verliert Bürgermeister Hans-Josef Vogel zum Thema „Kindergartenbeiträge“, vielmehr verweist er auf Erfolge der Stadt in den Bereichen Wirtschaft, Etablierung als Zentrum für Gerichte, Verwaltungen, Gesundheit und Bildung. Ungebrochen stolz ist Vogel auf Arnsbergs Vorreiterrolle im Umgang mit den demografischen Veränderungen. „Unsere Projekte finden Beachtung und Nachahmer im Land und darüber hinaus“, so der Arnsberger Bürgermeister.

Die Liste der „Aufreger“-Themen für Detlef Lins wäre lang. Auch er pickt sich nur zwei politische Kernthemen heraus, über die lange und intensiv diskutiert und gestritten wurde. Die „Arbeiten im Zuge der Regionale 2013“ rund um das Amecker Sorpesee-Vorbecken und das Aufstellen des „Teilflächennutzungplans Windenergie“ sieht er als Erfolge an.

Ausblick

In Sundern ist der Ausblick für Bürgermeister Detelf Lins besonders spannend, weil in 2015 eine Bürgermeisterwahl in der Stadt ansteht. Davon spricht Lins in seinem Grußwort zu Weihnachten und Neujahr allerdings noch nicht. „Die Zukunft kann nur meistern, wer mit Zuversicht nach vorne blickt und die gestellten Aufgaben mit viel persönlichem Einsatz und Entschlossenheit anpackt“, sagt Lins. Das hat er offenbar auch vor.

Große Worte auch in Arnsberg: Ein „Jahr des Aufbruchs“ erwartet Hans-Josef Vogel in Arnsberg in vielen Bereichen der Stadt. Es lohne sich, die Zeiten des Wandels zu gestalten. Und das sei auch die Verantwortung aller. „Das Neue wird unser Verbündeter für eine gute Zukunft sein“.