FDP-Chef Lindner lobt das FSG

Neheim..  Es ist 13.15 Uhr, als es im Oberstufenraum des Franz-Stock-Gymnasiums (FSG) zu einer Irritation kommt. Rund 30 Schüler der Q1 ( Klasse elf) haben sich am Donnerstagmittag hier eingefunden, um dem Chef der Bundes-FDP, Christian Lindner, politisch auf den Zahn zu fühlen, ihn mit Fragen zu löchern, doch nun – kurz vor Schluss der Veranstaltung – dreht Lindner den Spieß um. „Wie seht ihr die Wirtschaft, den Kapitalismus?“, fragt Lindner in die Schülerrunde. „Geht es aus eurer Sicht sozial gerecht zu? Oder eher nicht?“

Zunächst erntet Lindner nur verdutzte Blicke, doch nach und nach melden sich einige Schüler zu Wort – und äußern sich durchaus differenziert zu der Frage des Politikers. Eigentlich ginge es in Deutschland mit den sozialen Sicherungssystemen fair zu, sagt einer der Schüler. Eine andere findet, die Schere zwischen Arm und Reich sei zu groß, die Vermögen seien ungleich verteilt. Der FDP-Chef nickt nachdenklich, bedankt sich höflich für die Wortmeldungen, bis ihm auffällt, dass er bereits mehr als zwanzig Minuten über der eingeplanten Zeit liegt. Er muss los, weitere Termine warten.

Ein Beispiel für NRW

Dass sich der FDP-Hoffnungsträger am Vormittag mehr als zwei Stunden Zeit für das FSG nahm, ist durchaus als Kompliment für die Schule und insbesondere ihre Schüler zu werten. Bei dem Ortstermin ging es Lindner vorrangig darum, sich über das Digitalkonzept des FSG zu informieren. Die Schule hat hier eine Vorreiterrolle inne und bereits landesweite Aufmerksamkeit für ihren fortschrittlichen Einsatz von digitalen Medien im Unterricht erhalten. Tablets, Smartphones und sogar Apps gehören hier ganz selbstverständlich zur Stoffvermittlung dazu. Lindner zeigte sich beeindruckt und lobte die Schule. Einige andere Schulen in NRW könnten sich am FSG ein Beispiel nehmen, sagte der FDP-Chef. Die Schulen müssten sich dem digitalen Wandel stellen, schließlich sei dieser bereits fester Bestandteil im Alltagsleben der Schüler. In der anschließenden Fragerunde mit den Schülern ging es dann aber nur am Rande um Digitalität. Die Schülerfragen streiften sämtliche Politikbereiche wie zum Beispiel Migration, den Fachkräftemangel oder aber die vermeintliche Politikverdrossenheit unter Jugendlichen. Grund dazu hat Lindner bei seinem gestrigen Auftritt jedoch nicht gegeben. Das fanden auch die Schüler.