Familienvater macht sich an Freundin (15) der Tochter heran

Arnsberg..  „Was haben Sie sich nur dabei gedacht, mit einem 15-jährigen Mädchen Sexgespräche zu führen“, fragte die Richterin beim Amtsgericht Arnsberg den 47-jährigen verheirateten Angeklagten, Vater zweier Kindern. Eine konkrete Antwort blieb aus. Nur so viel: „Ich weiß nicht, was in mich gefahren war.“ Die Quittung: Ein Geldstrafe von 750 Euro.

Wegen Beleidigung auf sexueller Basis und dem Versuch, mit einer Person unter 16 Jahren sexuelle Handlungen vorzunehmen, hatte der Staatsanwalt den 47-jährigen von Hartz IV lebenden Familienvater aus Arnsberg angeklagt. Er sollte im Mai 2014 die 15-jährige Freundin seiner Tochter beleidigt haben, ,,als er ihren Kopf festhielt und versuchte, sie zu küssen. „Das hat er sogar mehrfach probiert, ich habe mich aber gewehrt“, beteuerte die heute 16-Jährige als Zeugin.

Außerdem soll er der Jugendlichen, die keinesfalls älter als 16 Jahre aussieht, 200 Euro geboten haben, wenn sie mit ihm schlafe. Dass er versucht hatte, die Geschädigte zu küssen, räumte der Angeklagte ein, ihr jedoch Geld angeboten zu haben, um mit ihr den Beischlaf ausüben zu dürfen, stritt er ab. Er habe ihr nur einmal 50 Euro für eine Klassenfahrt zugesteckt und insgeheim eine Gegenleistung erwartet.

„Die hat er aber nicht bekommen, ich habe mich immer gewehrt und bin seit dem Vorfall nicht mehr in der Wohnung meiner Freundin gewesen“, erklärte die Schülerin. Er habe ihr übers Knie gestreichelt und schon richtig Gas gegeben, ergänzte sie ihre Aussage.

Bislang nicht vorbestraft

Der Staatsanwalt hatte nach der Beweisaufnahme keine Zweifel an den Schilderungen der Jugendlichen und beantragte für den bislang nicht vorbestraften Mann eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen a 15 Euro. Er habe versucht, eine Beziehung mit der jugendlichen Freundin seiner Tochter aufzubauen und habe sie bedrängt.

Die Richterin erkannte in ihrem Urteil auf die beantragten Tagessätze und zeigte sich verwundert darüber, wie ein 47-jähriger Familienvater sich an die 15-jährige Freundin seiner Tochter heranmachen konnte. Durch sein Leugnen habe er der Geschädigten zudem die für sie peinliche Aussage vor Gericht nicht erspart, was nicht zu seinen Gunsten ausgelegt werden konnte.