Experten sammeln Anregungen
19.06.2008 | 17:16 Uhr 2008-06-19T17:16:08+0200Arnsberg. (uv) Voneinander und füreinander Lernen: Im Rahmen einer viertägigen Tourismus-Konferenz machten jetzt Gäste aus Belgien, Schottland, Rumänien und Polen auch in Arnsberg und Sundern Station.
Treffpunkt in Arnsberg war der RuhrtalRadweg. Direkt vor Ort stellte Annette Baumeister vom Verkehrsverein die gelungene Umsetzung eines gemeinschaftlichen Projekts der Städte und Kommunen entlang der Ruhr vor. Baumeister betonte Arnsbergs Vorreiterrolle mit der Errichtung der sechs Informationsportale im Stadtgebiet und der Einführung der RuhrtalRadweg-Ranger.
Der RuhrtalRadweg bedeute für die Stadt eine positive touristische Entwicklung. "In Arnsberg gehören die Radfahrer mittlerweile einfach zum Stadtbild." Mehr als 150 000 Radfreunde machten sich bereits seit Eröffnung im Frühjahr 2006 auf den 230 Kilometer langen Radweg. "Unser Ziel ist, unter die ersten fünf der meistgenutzten Radwege Deutschlands zu kommen. Um das zu schaffen, müssen wir unser Angebot und den Service weiter optimieren."
Michelle Nanbru, Präsidentin der Syndicat Initiative de Rixensart/Belgien, sieht Gemeinsamkeiten. "Auch bei uns gibt es Radwanderwege, sowie Fuß- und Reitwanderwege. Wir werden in jedem Fall die verschiedenen Aspekte in unserem Tourismusbüro diskutieren, vergleichen und versuchen Verbesserungen durchzuführen."
Besonders die Idee der RuhrtalRadweg-Ranger begeisterte die belgische Tourismusexpertin. "Das ist eine gute Idee, dass diese Ranger sich um den Radweg kümmern. So etwas brauchen wir auch bei uns. Nicht nur für die Radwege sondern auch für die Wanderwege."
Allerdings seien die im Sauerland eingesetzten finanziellen Mittel erheblich höher als im belgischen Rixensart. Kritisch merkte Michelle Nanbru den Mangel an Infobroschüren in französischer Sprache an. "Wenn man versuchen will, Gäste aus französischsprachigen Ländern ins Sauerland zu holen, ist es wichtig, sie in ihrer Landessprache anzusprechen."
Kamil Brzyczek aus Olesno/Polen zeigte sich beeindruckt vom Stand der Entwicklung des Tourismus im Sauerland. "Wir können und müssen in diesem Bereich noch viel lernen", erklärte der Vertreter für Tourismus und Sport. Zuhause will er die Ideen weitergeben und auch mit Bürgermeister Sylwester Lewicki über mögliche Entwicklungen sprechen.
Den Austausch und das Lernen voneinander und miteinander betrachteten alle Teilnehmer als sehr positiv. Neben einem straffen Programm in der Akademie Bad Fredeburg, Arbeitsgruppen und Besichtigungen blieb den Gästen in Arnsberg bei einer Führung durch die Altstadt Zeit für Geschichte und Kultur. Hautnah konnten die Besucher die sauerländische Lebensart beim Offenen Singen am Maximilanbrunnen erfahren. Belgier, Schotten, Sauerländer, Polen und Rumänen wagten gleich ein internationales Tänzchen.

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