Erstaufnahmeeinrichtung in Planung

Ehemalige Klinik in Oeventrop
Ehemalige Klinik in Oeventrop
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Die Bezirksregierung Arnsberg bestätigt Gespräche und konkrete Planungen für eine Erstaufnahmeeinrichtung für 400 Flüchtlinge in der ehemaligen Suchtklinik in Oeventrop. Verhandlungen zwischen Land NRW, einem potentiellen Betreiber und dem Eigentümer der Immobilie laufen.

Oeventrop..  Das Land Nordrhein-Westfalen plant konkret eine Erstaufnahmeeinrichtung für asylsuchende Menschen in der ehemaligen Suchtklinik „Auf der Egge“ im Arnsberger Ortsteil Oeventrop. „Diese Überlegungen gibt es“, bestätigte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Rede ist von einer Aufnahmekapazität von 400 Flüchtlingen.

Schreiben an NRW-Innenausschuss

Damit bestätigt die Bezirksregierung einen kleinen Hinweis eines unserer Zeitung vorliegenden Schreibens des NRW-Innenministeriums an die Mitglieder des Innenausschusses. „Die weiteren Planungen sehen derzeit Einrichtungen u.a. in Arnsberg vor“, heißt es da. Recherchen unserer Zeitungen ergaben, dass die Planungen weit vorangeschritten sind. In der vergangenen Woche hatte es bereits ein Treffen vor Ort in Oeventrop mit den zuständigen Fachbereichen der Stadt Arnsberg gegeben. „Es ist wichtig, dass die Kommunen mit im Boot sind“, sagt Christoph Söbbeler.

Beteiligt ist zudem ein privater Betreiber der geplanten Einrichtung, die privaten Eigentümer und natürlich das Land, das sämtliche anfallende Kosten für eine solche Einrichtung zu tragen hätte. Die Kommune müsste in diesem Falle weder für die Unterbringung noch für die Versorgung und medizinische Betreuung der Flüchtlinge aufkommen - anders als bei den ihnen zugeteilten asylsuchenden Menschen. Neue Zuweisungen würde es im Falle einer Inbetriebnahme einer Erstaufnahmeeinrichtung in Oeventrop für die Stadt Arnsberg nicht mehr geben.

„Ein Projekt, das konkreter ist“

Bezirksregierungssprecher Christoph Söbbeler spricht von „laufenden Gesprächen“. Oeventrop sei aber „eines der Projekte, die konkreter sind“. Weitere vorangeschrittene Planungen gibt es für Euskirchen, Hamm, Wegberg und Mönchengladbach. Wichtig sei jetzt, so Söbbeler, dass der Investor und potentielle private Betreiber seine Planungen konkretisiert.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen nur wenig Zeit. „Der Druck ist hoch“, sagt Christoph Söbbeler. Die Inbetriebnahme solle deshalb so schnell wie möglich erfolgen. Als grobes Zeitfenster nannte der Sprecher den Herbst des laufenden Jahres.

Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) - wie nun in Oeventrop angedacht - sind nicht vergleichbar mit den bisherigen Flüchtlingsunterkünften in der Stadt Arnsberg. Im Normalfall bleiben die dort untergebrachten Flüchtlinge nur rund 14 Tage, ehe sie auf andere Kommunen verteilt werden. Von daher ist Integrationsarbeit hier anders anzusetzen. Die Kinder und Jugendlichen aus einer EAE besuchen nicht die örtlichen Kindergärten und Schulen, weil ihr Aufenthalt sehr begrenzt ist.