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Katzenschutzbund: Nur...

Erst heiß geliebt, dann schnell vergessen

08.07.2009 | 17:11 Uhr
Erst heiß geliebt, dann schnell vergessen

Arnsberg. Zwischen 100 und 110 Fundkatzen werden pro Jahr beim Katzenschutzbund Arnsberg abgegeben. Doch nur zwischen drei und vier Prozent der Tiere werden wieder von ihren Besitzern abgeholt.

Eine eigentlich deprimierende Bilanz. Wurden die possierlichen Vierbeiner mit den samtenen Pfoten doch einmal angeschafft, um Menschen Freude ins Haus zu bringen. Doch mitunter verschwindet das Interesse schnell, was die Vorsitzende des Katzenschutzbundes, Inge Reinecke-Koch, in ihrem 20-jährigen Engagement leidvoll erfahren musste: „Gerade in der Urlaubszeit werden viele Tiere ganz bewusst ausgesetzt, um nicht eine Pflege für sie organisieren zu müssen. Sie werden dann vielfach als lästig und als Störfaktor empfunden.”

Dennoch bemühe sich der Bund unermüdlich darum, aufgefundene Katzen wieder zu ihren Besitzern zurückzubringen. Durch Anzeigen, durch Aushänge bei den heimischen Tierärzten und durch Beschreibungen der Tiere auf der Homepage des Vereins — www.katzenschutzbund-arnsbergev.de

Aber zum Glück gibt es auch Menschen, die den Verlust der Tiere beklagen und alle Hebel in Bewegung setzen, um die Katzen wieder zurückzubekommen. Wie Catrin Petrikat aus Oeventrop. Sie vermisst seit dem 22. Juni ihren Kater Robert, der sehr viel und sehr laut schnurrt.

„Ich hoffe, er ist keinem Tierfänger in die Hände gefallen”, sorgt sich die Oeventroperin. Denn nicht nur Robert, sondern auch zwei weitere Katzen im Bereich Hünenburg/Kirchstraße seien innerhalb kürzester Zeit wie vom Erdboden verschluckt. „Was für alle drei Katzen völlig ungewöhnlich ist, denn bisher waren sie nie für einen längeren Zeitraum von ihrem Zuhause entfernt.”

Doch von einem Tierfänger, der möglicherweise im Stadtbereich sein Unwesen treibt, ist Inge Reinecke-Koch nichts bekannt. „In dieser Hinsicht habe ich eigentlich noch nie etwas vernommen.” Allerdings könne das Verschwinden nicht nur dieser drei Katzen auch ganz andere Gründen haben: „Vielfach passiert es, dass Katzen versehentlich in Gartenhäusern oder Garagen eingeschlossen werden. Und fahren dann die jeweiligen Personen in den Urlaub, haben die Tiere sehr schlechte Chancen.” Außerdem müsse man auch immer einen Unfall einkalkulieren, denn „selbst Katzen können überfahren werden”.

„Unfall einkalkulieren”

Aber auch das gibt es: „Manche Menschen mögen es nicht”, berichtet Reinecke-Koch, „wenn Katzen durch ihren Garten laufen oder sich dort längere Zeit aufhalten.” Folge: Die Tiere werden eingefangen, ins Auto gepackt und weit entfernt wieder ausgesetzt. „Wir haben so schon Katzen aus Soest und Schwerte zurückbekommen, die man dort anhand der Tätowierungen identifizieren konnte.”

Und auch das sollte man als Katzenhalter wissen: Entfernt sich das Tier weiter als 200 Meter vom Haus bzw. läuft in den Wald, darf es geschossen werden. „Weil Katzen zum Beispiel auch in Nestern räubern.”

Übrigens: Seit dem Wochenende befindet sich eine auf Bergheim entdeckte edle und sehr gepflegte Karthäuser-Katze in der Obhut des Schutzbundes. Inge Reinecke-Koch: „So ein zutrauliches Tier muss man doch einfach vermissen.” Aber gemeldet hat sich bislang niemand.

Zudem hat der Katzenschutzbund noch drei ganz besondere „Notfälle” in seiner Obhut: Drei kastrierte Kater wurden von der Besitzerin in einer Wohnung zurückgelassen. Sie sind lieb, verschmust und sehr menschenbezogen. „Bisher”, so Tatjana Klose, „kennen sie nur Wohnungshaltung und müssen nicht unbedingt gemeinsam vermittelt werden, obwohl sich der Siamkater (17 Jahre) und der schwarze Kater (6 Jahre) sehr gut verstehen. Nur der weiße Kater (2 Jahre) ist etwas zurückhaltender, also eher ein Einzelgänger.”

Achim Gieseke

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