Erfolgsgeschichte für 305.000 Ratsuchende
21.09.2011 | 12:37 Uhr 2011-09-21T12:37:02+0200
Arnsberg.Der Ablauf war fast identisch: 11 Uhr Beginn, Rede des Bürgermeisters, Ansprache Marlies Albus, Leiterin der Arnsberger Verbraucherberatungsstelle. Was sich allerdings zwischen der Eröffnung im September 1991 und der gestrigen Feier zum 20-jährigen Bestehen geändert hat, waren vor allem die Themen, mit denen die Berater in den letzten zwei Jahrzehnten konfrontiert wurden.
Während in den ersten Jahren die Produktinformationen über Waschmaschinen, Zoom-Objektive oder Auto-Modelle im Vordergrund standen, ist heute die Abzocke generell in den Blickwinkel gerückt. Abzocke, die alle Bereiche des Lebens und immer mehr das Internet betrifft. Und dass sich fast täglich die Tricks der Gauner ändern, lässt die Verbraucherschützer nicht zur Ruhe kommen. Es ist fast schon ein Hase und Igel-Spiel. Kommt die Aufklärung in weiten Teilen der Bevölkerung an, haben unseriöse Verkäufer schon wieder ein neues Fass aufgemacht.
Auch Klaus Müller vom Vorstand der Verbraucherzentralen NRW, ging auf die eher ruhigen Anfänge und die heute hektische digitale Welt ein. Er sprach über Abmahnungen von Rechtsanwälten im fünfstelligen Bereich, die ganze Familen ruinierten. „Alles Themen, die wir vor 20 Jahren noch nicht buchstabieren konnten“, sagte Müller.
Über die allerneueste Masche berichtete Marlies Albus: In der vergangenen Woche wurden Verbraucher von einem Unternehmen angerufen, das ihnen einen Gewinn von 1600 Euro zusicherte, der als Scheck per Nachnahme zugestellt werden sollte. Für die Versicherung des Schecks sollten allerdings 87 Euro gezahlt werden,die aber mit dem Scheck wieder vergütet würden. Wenige Tage später kam der Brief per Nachnahme, die 87 Euro wurden gezahlt, doch der versprochene Scheck war nicht in dem Umschlag, sondern lediglich ein unprofessioneller Brief der Firma HK-Vermittlung, der über die Teilnahme an einem dreimonatigen Gewinnspiel informierte. Von einem Gewinnspiel war aber bei dem vorausgegangenen Telefongespräch nicht die Rede.
Angesichts solcher Fakten sagte dann auch Bürgermeister Hans-Josef Vogel: „Die Arbeit der Verbraucherberatung wird für die Zukunft noch wichtiger“. Neben der Energieberatung, dessen positive Bilanz Dr. Johannes Spruth präsentierte (siehe Box) wird es auch zukünftig an Beratungsbedarf nicht mangeln: Marlies Albus fasste die brisanten Aufgaben zusammen: Steigende Anfragen bei Finanz- und Kreditthemen, die rasante Entwicklung im Bereich von Multimedia, auf dem Telekommunikations- und Energiesektor mache es dem Verbraucher immer schwerer, Schritt zu halten. Aufklärende Hilfe bei neuen Produkten und Dienstleistungsangeboten sei hier vonnöten.

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