Erdwärme schont Umwelt und Geldbeutel
12.02.2010 | 05:00 Uhr 2010-02-12T05:00:00+0100Arnsberg. Umweltfreundliche Energien zu nutzen, die die Natur in unbegrenzter Menge liefert, ist eine Wunschvorstellung, an deren Verwirklichung man in Zeiten knapper Ressourcen verstärkt arbeitet.
Was Wärme angeht, ist unsere Erde ein Energiespeicher mit insgesamt 6000 Grad Celsius. 99 Prozent des Erdkörpers sind heißer als 1000 Grad und nur 0,1 Prozent kühler als 100 Grad. Eine Möglichkeit, dieses Energiereservoir nutzbar zu machen, sind Wärmepumpen. Ihr Einsatz stellt heute eine ausgereifte Lösung dar, Raumheizung und die Warmwasseraufbereitung Kosten sparend und effektiv zu betreiben.
Im Rahmen der NRW-Wärmepumpenwochen stellte das Arnsberger Ingenieurbüro Ulrich Müller zusammen mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale dieses Energie und Kosten sparende Konzept vor. Ulrich Müller rechnete am Beispiel eines normalen, neu errichteten Einfamilienhauses vor, dass eine Wärmepumpenanlage einschließlich Erdbohrung, Planungs- und Genehmigungskosten sowie 1500 Euro Fördermitteln 16.800 Euro kosten würde. Die Installation einer vergleichbaren Gasheizung belaufe sich auf 11.100 Euro - ein Mehraufwand für die Wärmepumpe von 5700 Euro.
Bei einem Wirkungsgrad von 4,3 der Wärmepumpe benötige diese, um 15.120 kWh für das Einfamilienhaus zu erzeugen 3516 kWh. Der Gasheizung mit 0,96 kWh Wirkungsgrad müssten dagegen 15.750 kWh Gas zugeführt werden. Mit den aktuellen Energiekosten für Strom und Gas gerechnet, koste die Wärmepumpe 492 Euro im Jahr, die Gasheizung dagegen 1073 Euro. Die Wärmepumpe hat zudem geringere Betriebs- und Wartungskosten. So errechnete Müller eine jährliche Einsparung von 643 Euro, die die höheren Investitionskosten in weniger als neun Jahren kompensiert, ohne Berücksichtigung steigender Gaspreise. Außerdem benötige die Wärmepumpe außer Funktionsprüfungen keine Wartung, habe keinen CO2-Ausstoß und greife auf endlos zur Verfügung stehende Energie zurück.
Demonstration in der Binnerfeld-Schule
Zum Betrieb der Wärmepumpenanlage ist eine meist problemlose Bohrung bis in etwa 90 Meter Tiefe erforderlich. Ein in dieser Bohrung ständig in Röhren zirkulierender Wasserumlauf erwärmt sich in der Erde. Im Haus wird mit diesem warmen Wasser ein Kühlmittel in einem separaten Kreislauf in der Wärmepumpe zum Verdampfen gebracht, was schon bei 2 Grad Celsius möglich ist. Dieser Dampf wird verdichtet und erreicht eine Temperatur von 60 Grad, die dann das Heizungsumlaufwasser auf seine Betriebstemperatur bringt, die besonders ideal für Fußbodenheizungen ist. Das abgekühlte Kühlmittel wird immer wieder zum Verdampfen gebracht.
Ulrich Müller und Dr. Johannes Spruth von der Verbraucherzentrale konnten die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen überzeugend demonstrieren, weil ihre Infoveranstaltung im Neubau der Neheimer Binnerfeld-Schule stattfand, der mit einer großen Wärmepumpenanlage Kosten sparend beheizt wird.

09:22
Das Problem ist, dass viele Wärmepumpen kein Verhältnis von 4,3 erreichen. Im Bereich der Erdwärmepumpen müssen diese schon sehr gut ausgelegt sein und auch zu 100% funktionieren. Dennoch finde ich die jeweiligen Investitionen sinnvoll, selbst bei einem schlechteren Verhältnis lohnen sich Wärmepumpen immer noch.